Cruadalach – Rebel Against Me 4/6

472654MetalGate

Bewertung: 4/6 –> Find‘ ich gut!

Songs: 11

Spieldauer: 40:20

 

Mit „Rebel Against Me“ präsentiert die siebenköpfige Formation Cruadalach aus Tschechien ihr zweites Full-Length-Album. Und man muss sagen: Wenn man die meisten gesanglichen Spielarten des Core verabscheut, fühlt man sich mit diesem Werk ausnehmend gut unterhalten.
Es ist vor allem die Wechselhaftigkeit der Kompositionen, die das Album so interessant macht. Denn im Gegensatz zu manch einer anderen Band gelingt Cruadalach das Kunststück, „Sprunghafte Kongruenz“ durch Gesang (Screams, Growls und sowohl männliche als auch weibliche Clean Vocals), Gitarren, Bass, Drums, Cyther, Schalmeien, Geige und Flöten zu erzeugen. Die Verquickung unterschiedlicher Stile ist dieser Tage zwar kein selten gewagtes Experiment – doch misslingt dies oft einfach gründlich oder schafft zumindest nichts, was ansatzweise neu beziehungsweise einzigartig klingt. Die Tschechen können in dieser Hinsicht als positives Beispiel herhalten.

Die Songs sind alle ziemlich kurz gehalten und eignen sich fast durchweg zum Tanzen und Haare schwingen. Man merkt direkt beim Hören, dass dies eine Band ist, die vor allem live überzeugen und selbst Partymuffel zum Abgehen animieren wird. Um den Party-Charakter des Albums zu beschreiben: Ein bisschen ist es, als hätten sich Mutabor und Russkaja zusammengetan, einen Sänger mit Core-Skills angeheuert und noch ein bisschen Nachhilfeunterricht in folkigem Metal genommen. Aber auch meditative Passagen fehlen nicht („The Astralnaut“), obgleich sie eindeutig die seltenen Inseln in diesem aufgewühlten Meer darstellen.

Ein wenig fällt der Track „Satyros“ aus dem Rahmen des Albums, da hier der Folk im Vordergrund steht; stellenweise kommt der Song direkt schamanisch rüber. Ganz und gar verzichtet Cruadalach aber auch hier nicht auf ihr Erfolgsrezept. Als Anspieltipp würde ich dennoch eher „Stuff That Matters“ empfehlen. Dort werden zwar (noch) nicht alle Register gezogen, aber in der richtigen Stimmung bekommt man direkt Lust auf mehr.

Wie es bei „leichter Kost“ gerne mal ist: Um sich das ganze Album einfach so oder dauerhaft am Stück anzuhören, fehlt ihm ein bisschen die Ernsthaftigkeit und der vollends zündende Funke. Nichtsdestoweniger beweist Cruadalach in nur 40 Minuten Spielzeit ihr großes Potential, so dass man hoffentlich noch Einiges mehr erwarten darf.

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