Celtachor – Nuada Of The Silver Arm 4/6

Celtachor-CoverTrollzorn Records

Bewertung: 4/6 → Find’ ich gut!

Songs: 9

Spieldauer: 39:33

Irland und Folk gehört zusammen wie Butter und Brot! Insofern darf man getrost hellhörig werden, wenn man einem Gemisch aus folkloristischen Klängen und donnerndem Metal etwas abgewinnen kann und eine Dubliner Band verspricht, genau dies zu liefern. Mit „Nuada Of The Silver Arm“ liegt bereits der zweite Langspieler des Quintetts vor. Schon der Name dieses Albums bedeutet eine enge Anlehnung an die keltisch-irische Mythologie; hier spielt die Band auf die Legende des Danu-Königs Nuada an, der in einer Schlacht seinen Arm verlor und schließlich mit Hilfe einer silbernen „Prothese“ weiterregieren konnte. Thematisch befasst sich das gesamte Album mit dem Leben dieses großen Königs.

In musikalischer Hinsicht beginnt das Album überaus vielversprechend mit „Arrival of the Thuatha“. Vor dem inneren Auge sieht der Hörer das Heer der Thuatha zu sauberen Gitarrenläufen und heroischem Backround-Chants auf dem Schlachtfeld erscheinen. Der rasche Tempo-Wechsel zwischen den gemäßigten Anfangsmelodien zu doomiger Langsamkeit und dann wieder zurück ins Mid-Tempo ist etwas anstrengend, aber für den ersten Song eines Albums ein angemessenes Stilmittel, um das musikalische Repertoire der Band vorzustellen.
Direkt im Anschluss müssen die Melodien stark hinter dem Black Metal-Einschlag von Celtachor zurückstecken – zumindest die ersten zwei Minuten lang. Denn dann ertönen urplötzlich wieder die bereits erwähnten Chants, diesmal von Flöte unterstützt. Ein schönes, wenngleich kurzes Intermezzo. Das dritte Stück „King Eochaid’s Fall“ knüpft rhythmisch nahtlos an, kommt aber enttäuschend monoton daher, bis ein sehr schönes vermeintliches Interlude, das sich als sehr langes Fade-Out entpuppt (und bei dem auch die Kelten hinter Celtachor wieder deutlich durscheinen) für Abwechslung sorgt.

Der Rest des Albums bleibt von wechselhaften Tempi und Spielarten geprägt, wobei die härteren Gangarten einen für mich unerwartet hohen Anteil haben. Dass neben den zu erwarteten Black-Metal-Parts eben auch immer wieder ein bisschen Doom durchschimmert, muss einem nicht unbedingt gefallen, trägt aber definitiv zum Abwechslungsreichtum der Scheibe bei. Wer sich ein bisschen näher mit der Band auseinandersetzt, kommt schnell dahinter, dass Sänger David Quinn auch noch in einer Doom- und einer Black-Metal-Band agiert. Der in der Mitte des Albums angesiedelte Titelsong schleppt sich schon ziemlich durch das Gesamtgefüge, und es dauert dann noch eine ganze Weile, bis Celtachor wieder Fahrt aufnehmen. „Second Battle of Math Tuireadh“ macht dann aber auch wieder richtig Spaß. Technisch gibt es indes nichts an der Platte zu beanstanden, und so ist die Sache alles in allem ziemlich rund und hörenswert geworden.

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