Bitterness “The final declaration of the end (Swansongs for the faithful)” 4/6

GUC
Bewertung: 4/6 – > Find ich gut
Spielzeit: 43:40
Songs: 12

Nur gut, dass die drei Bitterness-Recken sich besser auf ihr musikalisches Handwerk verstehen, als auf Layouten. Das was Gitarrist/Sänger Frank da gebastelt hat, dient nicht gerade als positive Visitenkarte: das Cover ist dröge und einfallslos, das Booklet in Sachen Kontrast auch nicht die Offenbarung. Wobei hier ja auch noch in der Druckerei ihren Anteil haben kann. Daher besser schnell weiter zum musikalischen Inhalt auf dem neuen – zählt man die beiden Eigenproduktionen mit, fünften – Album der Süddeutschen. Die Latte lag mit dem Vorgänger “Genociety” hoch. Kann das Trio an diese Glanztat mit Gassenhauern wie “Suicide squad”, “Down in flames” oder “Bone daddy” anknüpfen? Die Antwort ist ein klares: Jein. Herausstechende Stücke wie eben angesprochen fehlen auf der neuen CD. Jedoch bringt the “The final declaration…” als dicke Pluspunkte eine stärkere Kompaktheit und meiner Ansicht nach gesteigerte Aggressivität mit sich. Nicht nur Sänger Frank setzt mehr auf die bissigen Tonlagen (die Flotsam&Jetsam-Anleihen kommen mir jedenfalls nicht mehr in den Sinn), auch generell pflügt der Dreier gefühlt durch grobkörnigeren Acker. Speziell “Sleepless dreams”, “One way ride” oder die neu aufgenommenen Zugaben “No life inside” und “Confused justice” sind in Teilen heftigste Thrash/Death-Wutklumpen. Dabei stammen die letzteren beiden noch vom 2001er Demo, fallen aber nicht so stark aus dem Rahmen. Im Gegenteil: das Album erhält damit einen satten Abschluss. Auch wenn Riff-Geschrote die knappe dreiviertel Stunde dominiert, lassen Bitterness auch immer wieder den Sinn für packende Leads oder knackige Soli raus. Hört zum Beispiel mal in den Titeltrack rein: goile Harmonien, die Dank Iguana-Aufnahme auch transparent tönen, sich bei entsprechender Sechssaiter-Verstärkung auch gut in der Twin-Ausgabe machen würden.

Auch wenn ich bei einer Entweder-Oder-Wahl wahrscheinlich ganz knapp “Genociety” den Vorzug geben würde, kann ich Euch “The final declaration…” ohne schlechtes Gewissen als Einkaufstipp mitgeben. Es gibt in der deutschen Szene auch noch andere (Thrash)-Nackenbrecher als die mittlerweile häufiger in der Presse zu findenden Ketzer, Hellish Crossfire oder Cruel Force.

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