Toxic Holocaust “Conjure and command” 4/6

Relapse Records
Bewertung: 4/6 – > Find ich gut
Spielzeit: 32:00
Songs: 10

Es gibt Releases, die einen beim ersten Hören auf Grund ihrer Direktheit, Energie und rohen Wildheit wegblasen, so dass man geneigt ist, gedanklich bereits Höchstpunktzahlen zu verteilen. Gönnt man dem Ding dann jedoch ein paar mehr Listening-Sessions, aktiviert sich der Realitätsfilter und das Euphoriemeter zeigt wieder normale Werte. “Conjure and command” gehört in diese Kategorie. Zum Klarstellen: das Album ist definitiv gut und pulverisiert mit seiner rüpeligen Art einen Großteil der Wannebe-Thrash-Veröffentlichungen, zumindest bei mir lässt aber die Spannungskurve nach ein paar Durchläufen nach. Geschuldet ist dies der simplen Struktur der zehn Stücke und dem doch ähnlichen Aufbau, der zwischen Vollgas-Abfahrten und kraftvollem Midtempo abwechselt. Andere mögen genau das schweinegeil finden, also ein Grund mehr für Euch, sich selbst ein Bild zu machen. Was gibts noch zu sagen? Toxic Holocaust verzichten auf ausgefeilte Spielereien, sondern bauen ihren Thrash/(Black) nachvollziehbar auf, unwiderstehlich angetrieben von Power-Drumming in angenehm organisch-rauhem Klangbild. Das Riffing ist genauso effektiv und peitscht speziell schnelle Granaten wie “Judgement awaits you” oder “Sound the charge” immer wieder an, bei langsameren Stücken sorgt es dafür, dass sie sich unnachgiebig in die Gehörgänge fräsen. An Schmirgelpapier lassen die rauhen Vocals denken, die stark an Venom’s Cronos erinnern. Unterm Strich ein Package das passt und Laune macht.

Wenn Ihr Gefallen an Toxic Holocaust finden solltet und Euch direkt noch ein paar frühere Releases schiessen wollt, müsst Ihr Euch auf eine mühselige Suche einstellen – seit ca. 2000 haben die Amis etliche Split-EPs, Demos, Singles und immerhin auch schon drei Studio- und ein Live-Album rausgehauen. Viel Spass beim Komplettieren!

www.myspace.com/toxicholocaust