Tokks Voitto “Formation” MCD 3/6

Eigenproduktion
Bewertung: 3/6 – > Akzeptabel
Spielzeit: 28:15
Songs: 5

Vorwärts. Rückwärts. Einzelne Stücke. Im Ganzen. Ich hab mich “Formation” versucht auf unterschiedliche Arten zu nähern. Schlussendlich – das Ergebnis war immer dasselbe: ich werde mit der MCD der Berliner nicht warm. Hauptgrund dafür sind die Growls – eigentlich gibt es sogar zwei hauptamtliche Kandidaten am Mikro – die trotz der dualen Verfügbarkeit über weite Strecken der knappen halben Stunde (einer der beiden schreit zwar auch immer wieder mal, aber das ist bei weitem nicht so präsent wie die Growls) in tiefsten Kellern growlen und knurren, was auf Dauer reichlich öde wird und man in der Art schon auf Tausenden Underground-CDs gehört hat. Musikalisch kommt bei den Berlinern schon etwas mehr herum. Ihr melodischer, teils sogar schleppender Death Metal kommt nur schrittweise in Fahrt (der Opener “Breeding an army” hat so konsequenterweise die finstersten und schleppensten Passagen), wird aber scheinbar im Laufe der CD immer wieder auf- und ausgebaut. Soll heißen: Tokks Voitto variieren nicht nur Tempi und Stimmung der Songs, es werden auch immer mal wieder unerwartet Parts eingebaut, die herausstechen und aufhorchen lassen: mal ein Akustikpart (“Breeding an army”), dann wieder ausgiebige Gitarren-Leads (“Reason”). Der Grundstein ist also gelegt, ausbaufähig ist die Musik der sechs Mann defintiv. Teilweise ist jedoch auch nicht zu überhören ist, dass hier der erste Release vorliegt: holprige Schrammelparts sind Zeichen der noch nicht abgeschlossenen Orientierungsphase. Der rauhe und teilweise etwas unakzentuierte Sound passt da ins Bild. Hier ist nichts glattpoliert und ohne Kratzer, was Undergroundfreaks, die vom Overkill weichgespülter Melo-Death-Kapellen die Ohren voll haben, möglicherweise sogar gefallen wird. Wackelige drei Punkte.

www.tokksvoitto.de
www.myspace.com/tokksvoitto