The Organization “Self-Titled Album” 5/6

Bulletproof Records/ Intercord Record Service
Bewertung: 5/6
Spielzeit:
Songs: 14

Zu Weihnachten gibt`s eine neue Folge unserer Serie ,,Ausgebuddelt- alter Scheiß neu entdeckt”. Dieses Mal sind die zu unrecht längst vergessenen THE ORGANIZATION aus der Bay Area dran. Die Truppe war die Fortführung von Death Angel nach dem Ausstieg von Sänger Mark Osegueda.
Wir erinnern uns: 1990 brachten Death Angel ihr drittes Album, welches man einfach „Act III“ getauft hatte, auf den Markt und sorgten mit ihrer gewitzten Fusion aus Thrash Metal, Hard Rock, Funk und Pop allerorten für Begeisterung und gute Kritiken. Das Album hätte das bis dahin erfolgreichste in der Geschichte der Band werden können und nicht wenige sagten Death Angel einen ähnlichen Aufstieg wie Metallica voraus. Blöderweise lief wohl nicht alles so, wie es sollte (mangelnde Promotion etc.), außerdem war man sich innerhalb der Band anscheinend nicht mehr so ganz über die zukünftige musikalische Marschroute der Band einig. Die Band wurde ihres eigenen Bandnamen und einiger ihrer früheren Klischee-Songtitel bzw. –Lyrics (z.B. „The Ultra-Violence“) zunehmend überdrüssig und versuchte, sich in eine „erwachsenere“ Richtung zu entwickeln. Der erste Schritt bestand darin, den Namen von Death Angel in „D.A.“ zu verkürzen, was dauerhaft aber auch keine zufriedenstellende Lösung darstellte. Ein schwerer Tourbus-Unfall in Arizona, der Drummer Andy Galeon über Monate lahm legte, machte den Jungs das Leben zusätzlich schwer.
Schlussendlich stieg Mark Osegueda aus und Klampfer Rob Cavestany übernahm den Mikrophon-Job. Nach der Umbenennung in THE ORGANIZATION veröffentlichte die Band zwei gelungene Alben über Bullet Proof Records, danach löste sich der Haufen sang- und klanglos auf.
Bis zur ruhmreichen Death-Angel-Wiedervereinigung im Jahr 2001 vertrieben sich Rob Cavestany und Andy Galeon – verstärkt um Mic-Rückkehrer Mark Osegueda – die Zeit mit dem Projekt Swarm.

Das selbstbetitelte THE ORGANIZATION-Debüt war im Grunde die logische Fortführung von „Act III“: der Thrash wurde immer weiter in den Hintergrund gedrückt, fette Grooves und chillige Parts wurden zunehmend wichtiger. Wie schon auf „Act III“ arbeitete man mit Harmony Vocals und anderen für den Thrash Metal eher unüblichen Stilelementen. Den auf dem ersten Album zu hörenden Sound würde ich am ehesten als Funk Metal bezeichnen. Vergleiche mit anderen Neunziger-Funk-Rockern sind schwierig, da THE ORGANIZATION deutlich härter und wesentlich tiefer im klassischen Heavy Metal verwurzelt waren. Der Vergleich mit Mordred ist natürlich naheliegend, passt aber nicht wirklich.
Die Highlights auf der ersten Scheibe von „THE O“ sind das hart groovende „Bottom Dog“ (Track 6) und die leicht an den „Act III“-Übersong „A Room With A View“ erinnende Gänsehaut-Monsterballade „Wonder“ (Track 7).
Wenn Ihr diese geile Scheibe noch irgendwo abgreifen könnt, dann zögert nicht lange und schlagt zu!!!

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