Stench „In putrescence“ 4/6

Agonia Records
Bewertung: 4/6 -> Find ich gut
Spielzeit: 30:55
Songs: 8

Eigentlich hat eine Death Metal-Band aus Schweden bei mir schon mal ein Drittel der Miete drin. Wenn sie dann noch meiner Leib-und-Magen-Mucke – der Old-School-Variante skandinavischen Todesbleis – frönen, kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen. Obwohl Stench beide Punkte im Vorbeigehen abhaken, scheint irgendetwas nicht zu stimmen, denn ich tu mich mit „In putrescence“ reichlich schwer. Beim ersten Hören rappelt dat Dingens an mir vorbei und ich frag mich ‘War was?’ Also Repeat – ‘ne halbe Stunde kann man sich ja schnell noch mal einverhelfen oder auch noch mal… Beim wiederholten Hören fällt mir dann auf, was mir den Zugang ein bisschen verwehrt. Nicht die inbrünstig vorgetragen Knüppel-Passagen, die von einem hoch-agilen Drummer gepusht werden und einem Schreihals begleitet werden, der tatsächlich ein bisschen an Desultory erinnert und ansonsten erste Schweden-Rüpel-Liga sind. Nicht neu erfunden, aber mit Herzblut geklopft und mitunter übelst heftig. Auch handwerklich passt alles, hier holzen keine Amateure, sondern Leute vom Death Metal-Fach. Wo ich die Jungs und damit den Faden immer wieder verliere, ist wenn sie das Tempo stellenweise spürbar rausnehmen („Ghosts“, „In fire“ oder „Crimson hills“), sich anscheinend ein bisschen ausprobieren, der Bass munter schrammelt, die Gitarre fidelt und es mir scheint, als wüßte nur Drummer Jonka wo es lang geht, wenn er seine beiden Mitstreiter wieder einfängt und antreibt. „In putrescence“ ist ohne Frage ‘ne gute Sache, vor allem weil nicht nur Schweden-Schema-F gestrickt wird. Aber anscheinend ist es für mich nicht stumpf genug.

www.myspace.de/swedenstench