Scapegoat “Disciples of warfare” 3/6

Seelenkrieg Records
Bewertung: 3/6
Spielzeit: 43:35
Songs: 10

Thrash Metal mit Metalcore-Kante (der gehört bei zeitgemäßem Thrash heutzutage offenbar dazu) beschreibt das erste Album der Trierer ganz gut. Jedenfalls ist „Disciples…“ ein riesiger Fortschritt gegenüber dem mangels Sänger noch instrumentalen Vorgängerdemo. Der nach langer Suche endlich angeworbene Schreihals Shawn paßt nämlich zu der Truppe wie die Faust aufs Auge. Gerade im Zusammenspiel mit den Gitarren harmoniert man prächtig miteinander (Anspieltipp: „Within this night“), auch gelingt es immer wieder durch unverhoffte Breaks Spannung und Abwechslung zu erzeugen, was bei Thrash-Bands ja nicht unbedingt die Regel ist. Musikalisch also durchaus ansprechend, liegen die textlichen Ergüsse der vier Studenten (man glaubt es nicht!) deutlich unter Niveau. Billigstes Totschlag- und Kriegsgeprolle. Gähn. Auf „Panzerbrigade Menschentod“ wagt man sich dann sogar an die deutsche Muttersprache, was den Rezensenten sofort an ähnliche Versuche SODOMS erinnert („Bombenhagel“), die in den 80ern damit große Erfolge feierten. Im direkten Vergleich mit den klassischen Thrash-Bands der frühen 80ern sind SCAPEGOAT einen Tick melodischer und aufgrund des Sängers einen weiteren kleinen Tick „hardcoriger“. Von der Optik her allerdings lupenreine Metaller, insofern sollten sich Thrasher nicht abhalten lassen, die Gruppe mal anzutesten. PS: Es gibt eine weitere deutsche Gruppe namens SCAPEGOAT, die aus der gleichen Gegend kommt (aus Speyer) und auch noch die gleiche Mucke spielt (Thrash). Kaum zu glauben, daß ihr euch bisher nie ins Gehege gekommen seid, Jungs…?
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