Scapegoat “Goddog Of Prey” 5/6

Rising Sun Records
Bewertung: 5/6
Spielzeit:
Songs: 0

Schwierige und äußerst interessante Sache, das, was die Herren aus dem trauten Speyer da von sich geben. Knallt und zerfetzt den Hörer, ist irgendwie Metal, irgendwie Rock, irgendwo einfach, irgendwo kompliziert, hat was rotziges und zugleich was melodisches, klingt wie spontan eingespielt und doch äußerst durchdacht. Auf jeden Fall eine schwer geile Platte mit einem Wahnsinnsfrontmann und Gitarrero namens Tosse Basler, die vermutlich am ehesten irgendwo in die Power Metal-Schublade gesteckt werden dürfte, aber mit Schubladen kommt man hier nicht so recht weiter… Mit Martyr wird der erfrischend rockige Reigen eingeleitet, ein schweres Riff bietet die Grundlage, dazu kommt Tosses wunderbar kranke Stimme und ein schön dämlicher Refrain; und alles so wundersam locker vorgetragen. Der Titeltrack brettert dann ein wenig mehr, und auch hier ist es wieder die so gut zum beginnenden Frühling passende Unbeschwertheit, die mich jubilieren lässt, nebst einigen höchst verschrobenen Elementen. Anschließend wird das Leben zum Fehler, der munter heruntergerockt wird, bevor man die Hexe fragt, und mit einer Stimme wie Mega-Man Dave Mustaine (klingt jedenfalls ähnlich) hüpft sie mit. Bei Blossom Of Pain werden die Gitarren dann etwas düsterer gestimmt, es folgt ein frohgemuter Verzweiflungssong. Und so geht’s weiter, wobei Tosse im weiteren Verlauf zeigt, dass er bei Kingdom Come auch die einzige Position, an der sich noch nie etwas geändert hat, übernehmen könnte (sehr eindrucksvoll im Refrain von Black Hall). Tja, schwierige Sache so im großen und ganzen, aber eindeutig Schwermetall, locker und frisch wie selten, und folglich Daumen hoch!