Rob Rock “Holy Hell” 5/6

AFM-Records
Bewertung: 5/6
Spielzeit: 45:13
Songs: 10

Bands, die den Namen eines Mitglieds haben, riechen ja für viele nach Egotrip. Andererseits kauft man sich Platten ja nicht nach dem Klang des Namens, sondern nach der Musik, die drauf ist. Bei Rob Rock verpflichtet der Name aber auch, wenns nun nicht rockt, was dann? Umbenennen in Theo Tango, vielleicht. Für den Moment steht das nicht zu befürchten, HOLY HELL brät ganz ordentlich. In Amerika einer der ganz grossen, der dort die Schue von Graham Bonnet mal gefüllt hat, Awards abräumte und mit den Execs der Industrie auf Du und Du steht, ist Rob Rock hierzulande nicht so wirklich bekannt geworden. Bei Avantasia hatte er n Gastauftritt, aber den richtigen Hieb hat er in good ol’ Germany noch nicht gelandet. HOLY HELL könnte das ändern, hier stimmts von vorne bis hinten, ein MEGA-fetter Sound, Songs, die ordentlich Druck machen, wie das eingängige, schnelle “Slayer of Souls” oder “Calling Angels” bestechen durch tolle Chöre, virtuoses Können an den Instrumenten und ordentlich Tempo. Stilistisch ist die Band schwer festzumachen, irgendwo im Niemandsland zwischen europäischer Metal Tradition (da denke ich an Gamma Ray und Helloween und die unzähligen Nachahmer) und US-Metal, wie ihn beispielsweise Cage einer neuen Generation nahegebracht haben. Da solche Quervergleiche immer schwer sind, vor allem, bei einem der
seit 1986 in der Szene drin ist und eigentlich selber zu den Referenzen gehören sollte. Aber mal am Rande: Ich hab das neue Album von Judas Priest und die Scheibe von Rob Rock mal nebeneinander gehört und wenn man mal ganz ehrlich ist, nicht an den Namen denkt, an die Großtaten der Vergangenheit, sondern einfach den IST-Zustand vergleicht, da fällt einem kein triftiger Grund ein, warum man nicht der neuen Rob Rock den Vorzug geben sollte. Ist für manche Leute sicher Gotteslästerung, aber ich ess auch Schweinefleisch am Karfreitag, wenn mir danach ist. Wer ausserdem weniger auf Dogmen und Legenden abfährt, sondern sich mehr für die Qualität im hier und jetzt interessiert, wird mir wohl zustimmen. Mit diesem Schlusswort werd ich zur Holy Hell fahren. Amen.
www.afm-records.de

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