Realms Of Odoric – Realms Of Odoric 4/6

560120MDD Records

Bewertung: 4/6 -> Find ich gut!

Songs: 14

Spielzeit: 42:51

Was kommt dabei heraus, wenn man einen Grafiker, der eine Vorliebe für Fantasy-Comics hat, und einen Musiker, der sich für Filmmusik begeistert, einsperrt? Richtig, ein Soundtrack-Projekt, das sich einer Fantasy-Story widmet und mit einem umfangreich gestalteten Booklet aufwartet. „Realms Of Odoric“ ist das Ergebnis eines solchen Experiments.

Kris Verwimp, der für Bands wie Hammer Horde, Månegarm, Hordak, Suidakra und Arkona als Cover-Artist den Pinsel schwingt, hat sich für dieses Projekt mit Arkadius Antonik von Suidakra zusammengetan. Die beiden kreativen Köpfe legen mit „Realms Of Odoric“ ein Werk vor, das in die Fantasy-Welt „Odorik“ entführt und auf der Story vom 1996 erschienenen Comic-Buch „Wall of Doom“ von Verwimp aufbaut. Man begibt sich mit diesem Album auf eine Reise durch eine berauschende Klangwelt, die mit viel Sinfonieorchester-Bombast, düsteren Chorgesängen und Folklore eine fast schon soghafte Wirkung auslöst. Die Folklore-Parts klingen nach einer Symbiose aus orientalischer und keltischer Folklore. Letzteres dürfte wohl klar dem Einfluss von Arkadius Antonik zu verdanken sein. Neben den klassischen Orchesterinstrumenten sorgen weitere Instrumente wie etwa Duduk und Dudelsack für eine exotische Note („Scarlet Nemesis“).

“Realms of Odorik“ besticht durch eine tiefgründige Atmosphäre und prächtige Klangwirkung in einer dramatischen Gestaltung. Den ruhigen und bedächtigen Momenten (z. B. „Alaric“) wird dabei ebenso viel Raum gegeben wie den brachialen Szenen (z. B. „Wall Of Doom“), die einer Schlachtszene würdig mit viel Pauken, wirbelnden Streichern und dunklen Hörnereinsätzen aufrütteln und zu bewegen verstehen.

Das Album ist rein instrumental aufgebaut. Auch die dezent eingesetzten Chöre sind textlos umgesetzt, so dass es statt Lyrics zahlreiche kunstvolle Illustrationen zu den einzelnen Songs im Booklet zu bestaunen gibt. Auch wenn es sich hier um keine echten Orchesterinstrumente handelt, so klingt die Produktion dennoch voll und fast organisch. Wer also einem Soundtrack-Bombast nicht abgeneigt ist und seinem Headbanger-Nacken etwas Erholung gönnen möchte, kann hier gern zugreifen. Allerdings ist „Realms Of Odoric“ nur direkt beim Label MDD Records sowie einigen ausgewählten Stores erhältlich.
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