Postmortem, Harmony Dies, Golem, Knaack Berlin

Berlin, Knaack, 07.01.2005

Anlässlich Pilles Geburtstages (dem freundlichen Menschen hinter dem Tresen, der schräg gegenüber des Knaack Clubs befindlichen Metal Kneipe ACCESS in der Hufelandstr. hier in Berlin) haben sich erneut einige Lokalmatadoren zum „Geburtstagsständchen“ eingefunden. Es spielen die Hans Martin Slayer Band, Golem, Harmony Dies und Postmortem.
Ab geht es durch die an den Knaack Club angeschlossene Kneipe in den gut gefüllten Konzertraum. Hatte da draußen noch jemand vermutet das Konzert hätte noch nicht begonnen so lag dieser wohl falsch.

Hanns Martin Slayer Band:
Die Hanns Martin Slayer Band muss wohl pünktlich um 20:30 Uhr angefangen haben zu spielen. Zwei Songs dürfte man wohl somit bereits verpasst haben. Die Reaktionen auf die Band bleiben etwas verhalten, jedoch wird dann und wann schon gejubelt, nach Songs wie beispielsweise „Angel Of Death“, „Reborn“ und natürlich dem Slayer Evergreen „Reign In Blood“. Sänger und Klampfer können sich zunächst sichtlich nicht einigen wer den Tom Araya „Urschrei“ zum besten geben darf. Schließlich klappt´s dann doch. Insgesamt recht ordentlich gespieltes Coverset, besonders der Schlagzeuger saß selten stille und schien seinen Spaß zu haben. Bei einem Drumpart hörte sich seine Doublebass glatt wie eine blubbernde Harley an, wie ein Kumpel so treffend bemerkte. Vermutlich hätten die Jungs es gerne, wenn das Publikum etwas mehr mitgehen würde. Aber im großen und ganzen war der Auftritt okay. Was ich nicht verstehe ist, dass auf jedem Metal Konzert mindestens eine Nase immer „SLAYER!!!“ brüllen muss, diesmal brüllt, sofern ich das mitbekommen habe keiner Slayer, komisch…..?

GOLEM:
Als nächstes steht ein technischer DM Leckerbissen auf dem Programm Golem! Krasse, frappierende Ähnlichkeit! Sänger Andreas Hilbert könnte ohne Veränderungen die Rolle von Chuck Schuldiner (RIP) übernehmen, sollte sein Leben irgendwann verfilmt werden… Golem haben sich mit recht einen Namen gemacht. Hauptsächlich werden heute abend neue Songs gespielt. Allerdings nehmen sich Golem auch für zwei ältere Stücke Zeit. “Throne of Confinements” vom 96er Album „Eternity-The Weeping Horizons”[das mit dem geschmackvollen Cover brrr.]. Dann folgen vom aktuellen Album „Dream Weaver“ die Songs „Starchild“, „Rose”, “Tomb”, “Faces”, vom Album “2nd Moon”[1999] „the Wanderers“ und als Ziugabe „Diaspora“ [Dreamweaver,2004]. Das Publikum nimmt die Show von Golem frenetisch auf und skandiert: „Zugabe!“.

Leider drängt die Zeit, da im Anschluss des Konzertes eine 80er Jahre Party stattfinden soll und so gibt es bedauerliche Weise keine weitere Zugabe. Ein Besucher macht sich mit einem lauten Scheiß 80er Jahreparty“ Luft. Golem trümmerten ein geiles Brett! Besonders beeindruckend ist die Mischung aus technischen Death Metal á la Death gepaart mit dem tightem Drumming Eric Krebs (Golem/ Sinners Bleed), das streckenweise brodequinsche Brutalität erreicht.
Webpage: www.golem-metal.de, Email: andreas@golem-metal.de

HARMONY DIES:
Ein Jahr zuvor hatten Harmoney Dies, Verzeihung „Harmony Scheiß“, wie sie sich selbst an diesem Abend nannten, wirklich den Vogel abgeschossen, übergroße Immortal Pappmache Masken, eine Orange zu Ancient Orange und viele Gimmicks mehr brachten die Mundwinkel so manch eines finster dreinblickenden Gesellens zu zucken. Aber diesmal soll es kein Überraschungsbonbon und „Albernheiten“ geben. Schade, aber andererseits wird´s vielleicht sonst auch irgendwann langweilig. Die Harmonisten knallen den Hörern ein ordentliches Brett von Set vor den Kürbis. Die Jungs zocken eine bunte Mischung aus den ihren drei Alben: „Narcotic“ [Impact],, „Execution“ [Album: Don’t Trust], „Beneath The Surface“, „Toxicated“, „Impact“[Impact], „I´ll Be Your Master“ [Titeltrack des gleichnamigen Albums], Als äußerst charmant kann man wohl die Wahl des Geburtstagsständchens passend zum Alter des Jubilars bezeichnen, “Living Corpses” [ Album: Don’t Trust, bzw. Demo] .

Schließlich lassen sich die Jungs doch noch zu einer Zugabe überreden. „Watt wollta nu hören einen von uns oder was von unseren guatemaltekischen Freunden Harmony Scheiß?“, fragt Frontmann Cristoph Carl, der aller Ereignisse zum trotz in einem Deicide Shirt steckt. „Harmony Scheiß!“ kommt die Antwort prompt vom Publikum. Den Krönenden Abschluss bildet Sodoms „Agent Orange“.
Harmony Dies Kontakt/Adresse: www.harmony-dies.de, harmony-dies@t-online.de Kai Mertens, Archibaldweg 38, 10317 Berlin

POSTMORTEM:
Bis jetzt hat sich der Abend gelohnt Golem & Harmony Dies waren in guter Form. Tja nun wird es Zeit für den Headliner. Bei der „Musik“ (Captain Future Soundtrack) die in der Umbaupause gespielt wird könnte man bereits ein böses Ohmen sehen…. Dann entern Post Mortem die Bühne bereits bei dem langen effektgeladenen Intro mit Sirenegeheul bekomme ich ein ungutes Gefühl, als ich dann Sänger Putz Malone mit Wollmütze und Basser T. Malone mit einem Sleeveprint Hardcore auf der Bühne stehen sehe, verstärkt sich dieses Unbehagen. Während das Publikum ordentlich mitgeht kann ich mit den Jungs nischt anfangen. Für meinen Geschmack ein bisschen viel Hardcore mit dabei. Songs wie „Blood For Blood“ der TRIO – Smashhit “ Anna ”[1996 Totmacher“MCD], „Join The Fightclub“[gleichnamige MCD 2003], etc. rumsen zwar ordentlich und Post Mortem haben auch einen richtig fetten Sound aber nee, das ist nicht mein Ding!

Die „Fucktiraden“ von Sänger Putz waren noch erträglich aber als dieser dem Geburtstagskind „Für dich soll es Rote Rosen regnen“ wünschte war entgültig der Zeitpunkt zum taktischen Rückzug gekommen.

Herzlichen Glückwunsch nachträglich Pille!

Postmortem Kontakt/Adresse: www.postmortem.de, mail@postmortem.de