Harmony Dies “Impact” 5/6

Morbid Records
Bewertung: 5/6
Spielzeit: 34:29
Songs: 11

In einer Zeit wo B-52 aus Reinickendorf und Typen, die nach gestandenem Rocker aussehen, jedoch nur schnulzige Schmonzetten wie „Angel of Berlin“ von sich geben, über die Flimmerkisten in den Äther gehustet werden, könnte man annehmen dass ganz Berlin von Clowns bevölkert wird. Ganz Berlin?…….Nee, ein kleiner Haufen von Headbangern hört nicht auf, dem Mainstream Bohlismus Widerstand zu leisten. 1992 erblickte Harmony Dies das Licht der Welt. Nach zwei Demos („Living Corpses“ & „Slope“), einer Splitsingle mit den Brachialklopfern von Krisiun, dem dritten Demo „Third Output“, der 95er Promoscheibe, der selbstproduzierten MCD „Slaughtererd“, den beiden Alben „Don´t Trust“ (1998) & „I´ll Be Your Master“ (2001) und der Split 7“EP „Hybrid Manifestation“ mit den Kollegen von Spawn sind die Jungs nunmehr anno 2003 zurück. Harmony Dies neuester Silberling „Impact“ ballert kraftvoll aus den Boxen. Den fetten Sound haben Meister Hilbert und Meister Mertens wieder im heimatlichen Soundforge zusammengeschraubt. Manche Dinge ändern sich, andere sich nie. Dinge die sich ändern: Nicht nur das Harmony Dies unter einem neuen Label (weg von Ars Metali zu Morbid Records) am Start sind, sie haben sich einer Frischzellenkur unterzogen, die sehr positiv ausgefallen ist. Der neue Klampfer Ulf hat einen gewissen Heavy Metal Anteil mitgebracht, der ab und zu bei den Gitarrenleads durchscheint und den Jungs gut zu Gesicht steht.( z.B. “Narcotic“, walzende Riffs, heavymäßiges Gitarrenlead, nebst Heavy Metal Kriegsschrei) Auch generell haben die Riffs der Jungs teilweise ein paar Cannibal Corpse Einschläge bekommen ( z.B: bei „IIIfated“) . Besonders geil kommen die Klampfen zu Beginn von „Inside“, bei dem die Riffs sehr oldschoolig und gleichzeitige sehr düster klingen oder auch z. B. das melodische Gitarrenlead bei „Suffering“. Grunzer Cristoph Carls Grunts wirken, dass auf „Impact“ variabler und aggressiver als auf den beiden Vorgängeralben (z.B: bei „Silence“), außerdem hat er sein Repertoire um Heavy Metal Warscreams erweitert. Neben den Neuerungen gibt es natürlich auch Konstanten die zu Harmoy Dies gehören, wie der umgedrehte Notenschlüssel auf Grunzer Cristoph Carls Unterarm. Zum einen wäre es die Leidenschaft für den brutalen, stilistisch an amerikanischen Bands angelehnten Death Metal Sound und zum anderen die Vorliebe für Computergames- & Filmsampel (z. B. „Schmerz“ auf „Don´t Trust“ oder „Tuning“ auf „I´ll Be Your Master“), die sich durch alle drei Alben ziehen. Vorm Eintrümmern von „Impact“ scheinen sich die Jungs diesmal den Streifen „Der Blutige Pfad Gottes“ zu Gemüte geführt zu haben. Ein weiteres Traditionsbonbon stellen die Instrumentale dar, war es auf der ersten Scheibe „Song of Sirens“ und auf der zweiten Scheibe „I´ll Be Your Master“ „Another Song Of Sirens“, so ist auch auf „Impact“ ein solches zu finden mit dem bezeichnenden Titel „InstruMetal“, leichte Morbid Angel Anklänge sind wohl nicht von der Hand zu weisen (kommt gut). Der Rausschmeißer „Subliminal ist auf jeden Fall einer der melodischsten Songs, wenn nicht der melodischste Song auf „Impact“. Anfangs klingen die Gitarren etwas angesoffen, aber dann fressen sich die Riffs in die Denkmurmel und man hat einen Ohrwurm. Suma sumarum ist den Jungs von Harmony Dies ein brutales, abwechslungsreiches Death Metal Brett geglückt, dass die beiden Vorgängeralben in den Schatten stellt. Als Ausklang von „Impact“ wollen die Jungs den geneigten Hörer mit irgend einem Hypnosescheiß und Rückkoplungsfiepen vermutlich zum Kaufen ihrer Scheibe animieren “keine selbständigen Gedanken, konsumiere, kaufen, …gehorche, keine selbständigen Gedanken….., dabei wäre so ein Psychotrick nicht mal nötig. www.harmony-dies.de/ www.morbidrecords.de