Odyssey „Reinventing the past“ 4/6

Vic Records
Bewertung: 4/6
Spielzeit: 51:10
Songs: 10

„Reinventing the past“ ist keine Hommage an die verblichenen Pantera („Reinventing the steel“), sondern die Swanö’sche Interpretation diverser Pop/Rock/Metal-Stücke aus der Vergangenheit, die er mit uns teilen möchte. Dabei präsentiert sich der Meister teils klassisch (Rainbow, UFO, MSG, Uriah Heep), teils überraschend (Depeche Mode, Sandra!) und schlußendlich auch patriotisch (Candlemass). ‘Wer braucht das?’ waren meine ersten Gedanken. Aber nach der ersten Skepsis muss ich dem Album einen gewissen Unterhaltungswert attestieren. Sicher, nicht jede der Coverversionen ist ein Knaller. Aber es ist schon interessant zu hören, wie Swanö den Tracks seine eigene Note aufdrückt, dabei aber die Stimmung des originalen Tracks mit berücksichtigt. Positiv fallen seine Keyboard-Arrangements auf und sein starke Stimme, die er variabel und gefühlvoll einzusetzen weiß. Eher enttäuscht bin ich vom sterilen und teils gleichklingen Drumming. Soll das echt sein?!? Einen richtigen Favoriten in der Cover-Section habe ich eigentlich nicht, da starke Momente in einzelnen Stücken auch wieder aufgewogen (z.B. vom drögen Drumming) werden. Definitiv interessant sind gerade die Pop-Imitationen und auch streckenweise der Candlemass-Tribut, wenn auch das Original unerreicht bleibt. Spannend wird es bei den Bonustracks – drei Stücken die bereits auf der selbstbetitelten EP von 1999 enthalten (und damit wohl nur Swanö-Insidern geläufig sind). Hier zeigt sich das Talent des Schweden für mitreißende Stücke, die druckvolle und groovende Passagen aufweisen, ebenso aber mit emotionalen Parts ergreifend sind. Mein Anspieltipp und die siebenminütige Abrundung der CD „Amon-Ra“ – ein epischer und halbballadesker Track, der definitiv Klasse hat und vereinzelt an Edge of Sanity erinnert..

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