No-Fear “Promo Y2K2”

Eigenproduktion
Bewertung: Ohne Wertung
Spielzeit: 19:28
Songs: 4

Ganz ehrlich: Power Metal aus Italien geht mir zunehmends auf den Sack. Vor ein paar Jahren (so um 1997 herum…) habe ich mich über jede melodische Power Metal-Veröffentlichung riesig gefreut und gute Melodic-Power-Platten aus meiner Zweitheimat Italien waren für mich ein besonderer Grund zur Freude. Kurze Zeit später (so um 1999 herum…) setzte jedoch eine springflutartige Invasion von melodisch-bombastischen Spaghetti-Metallern ein, die mir ratzfatz den Spaß an der Sache verdorben hat. Irgengwann (so um 2000 herum…) hatte ich wirklich genug von diesen abertausenden austauschbaren, völlig gesichtslosen Combos, die obendrein immer weichgespülter und zahmer daherkamen. Das abschreckendste Beispiel dürfte Skylark sein, wo die Musik sich kaum von Schlager-Pop unterscheiden lässt. NO-FEAR aus Siracusa haben zwar auch ein paar arg softe Momente in ihren Songs, aber insgesamt regiert hier der stählerne Vorschlaghammer. Der sehr gelungene Opener “The Ten Secrets” ist geiler True Metal in Reinkultur: kraftvoll, heavy und mächtig. So soll es sein!! Track zwei, namentlich “Break Your Chains”, kommt mit gekonnt eingeflochtenen Prog-Einschüben daher und wurde mit einigen Keyboard-Passagen aufgepeppt, die aber nicht nerven, sondern gut ins Gesamtbild passen. Track Nummer drei ist eine Ballade, der das Schmalz aus allen Poren trieft. Nee, Jungs, so geht’s aber nicht!! Ich mag ja Balladen echt gerne, höre sogar heimlich alte Schmachtfetzen von Def Leppard und Bon Jovi, aber was NO-FEAR hier fabriziert haben, hat bestenfalls gehobenes Schlagerniveau. Einziger Pluspunkt des Songs ist das wirklich supergeile Gitarrensolo, das richtig fetzt. Ansonsten ist der Song aber einfach viiiiel zu poppig und schmalzig. Ja, ich weiß, sowas ist Geschmackssache, aber ich bin numal METALLER und kein Schlagerfuzzi!! Track vier (“Make Your Choice”) ist dann wieder bärenstark und gleichzeitig der Höhepunkt der Scheibe. Geile Riffs, super Gesang (erinnert hier phasenweise an Bruce Dickinson) und eine spitzenmäßige Hookline. Super!! Ok, unterm Strich macht das dann drei Treffer und einen ziemlich peinlicher Ausrutscher. Spieltechnisch ist die Truppe echt fit, soundmäßig könnte man aber noch zulegen. Der Sound ist echt ein bisschen zu pappig und lasch, um nicht zu sagen: kraftlos. Naja, das kriegen die vier Herren auf ihrer nächsten Veröffentlichung sicher in den Griff, immerhin ist das Teil hier nur ein Demo…Ich denke, ich kann guten Gewissens eine Kaufempfehlung ausprechen!!
nofear@no-fear.it
www.no-fear.it

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