Night In Gales “Five scars” 5/6

Lifeforce Records
Bewertung: 5/6 – > Mächtig!
Spielzeit: 44:40
Songs: 13

Aus dem Wispern wurden vorsichtige Gerüchte, die über den Äther gingen. Aus den vorsichtigen Gerüchten kristallisierten sich immer mal wieder Horpröben (in Form von neuen Tracks & Promos) heraus, die nun zur Gewissheit führten: Night in Gales sind zurück! Zehn Jahre nach dem letzten Longplayer “Necrodynamic” stellt der Fünfer das neue Album “Five scars” vor. Das Line-Up ist dabei fast komplett beieinander geblieben: Björn Gooßes (v), die Brüder Jens und Frank Basten (g), Tobias Bruchmann (b). Nur an dem Drums ist statt Christian Bass nun Adriano Ricci am Stöcke schwingen. Das musikalische Potpourri von “Five scars” orientiert sich wohltuend an den ‘Frühwerken’ der Band “Towards the twilight” und “Thunderbeast”: melodischer Death Metal mit hohem Reifegrad. Bei mir punktet die Band dabei mit mehreren Dingen: 1. Variable Nackenbrecker, deren Melodien auch schnell haften bleiben (“This neon grave” oder “Void venture”) und für freuchte Augen bei anspruchsvollen Göteburg-Nostalgikern sorgen dürften. Es fällt jedoch auf, dass Night in Gales Tempo und Aggression nur als ein dosiertes Mittel nutzen, um den Fan zu begeistern. Komplett durchgebratzte Tracks sind die Ausnahme, meist wird das Pedal nur phasenweise durchgetreten. 2. Differenziertes Songwriting, das auch nach ein paar Mal Durchhören noch unbeachtete Details parat hält und die Stücke selten vorhersehbar macht. 3. Der gekonnte Einschub von Streicherpassagen. Sei es als separates Intro/Outro (“Epitaph” & “The wake”) oder einfach nur am Beginn eines Songs (“The tides of november” oder “Five scars”) – die düsteren Melodien setzen einen melancholischen Akzent. 4. Wiedererkennungswert: Allein die Vocals von Björn ragen aus dem Einheitsbrei heraus und lassen die Band schnell identifizieren. Aber auch instrumental ist die Night in Gales-Handschrift unverkennbar: die Songeinleitungen/ersten Teile von “Life denied” oder “Blackmouth blues” sind fast gar Reminiszenzen an sich selbst.

Gesamturteil – wie auch der Sachse anno 2011 sagt: bomforzionös!

www.night-in-gales.com