Kelebra “Decay Inside” 3/6

Eigenproduktion
Bewertung: 3/6
Spielzeit: 21:06
Songs: 7

Mit Überraschungseiern ist das so eine Sache. Die Verpackung (sprich die Schokolade) ist eine durchaus ansprechende Sache, die Enttäuschung folgt jedoch meistens in Form des Inhalts relativ schnell. Und ein musikalische Form des Überraschungseis präsentieren uns Kelebra mit ihrer Mini-CD „Decay Inside“. Doch was bleibt letztendlich davon übrig?
Kelebra liefern uns ihre eigenen Interpretation von alternativem Rock/Metal a la System Of A Down, oder sleepingodslie (die leider nicht mehr unter uns weilen) viele Einflüsse sind in den Songs zu finden, viele Stile werden ausprobiert. So kommt es auch, dass man oft nicht weiß, was uns im nächsten Song erwartet. Dies muss ja nicht grundsätzlich negativ sein, jedoch haben sich schon viele eben auf Grund dieser Vielfalt verhoben und ein eher durchwachsenes, schwer zu verdauendes Produkt auf den Markt geworfen. Kelebra vermengen auf angenehme Weise Härte und Aggressivität, vergessen aber auch die melodischen Momente nicht und integrieren sie schlüssig in den Gesamtsound. Das dabei die ganz großen Momente nicht erreicht werden, liegt quasi auf der Hand. Was nicht ist, kann aber noch werden. Auch die stimmliche Vielfalt weiß fast durchgehend zu überzeugen.
Einen kleinen schwarzen Fleck gibt es jedoch auf „Decay Inside“. Der an Kim Wildes „Kids in America“ angelehnte Song „Wanna Kill“, der sich auf sehr drastische Weise gegen die Veramerikanisierung Deutschlands ausspricht. Jeder sollte sich zu diesem Song eine eigene Meinung bilden, für mich kann man dieses Thema wesentlich eleganter anpacken, anstatt solch peinlich-unpassenden Worte zu wählen.
In der Summe liefern Kelebra mit „Decay Inside“ ein abwechslungsreiches und spannendes Mini-Album ab, das mitunter jedoch zu open-minded ist und das seine Stärken unter zu vielen Ideen zu ersticken droht. Weniger ist manchmal mehr, Potential dafür haben die jungen Burschen auf jeden Fall.
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