Karras “The bright side of death” 4/6

Maintain Records
Bewertung: 4/6
Spielzeit: 34:21
Songs: 11

Wer sich mit einer Spielzeit von über 50 Minuten brüstet, von denen sich dann gute 20 Minuten als Leerlauf entpuppen, so daß die wirkliche Spielzeit nur knapp über 30 Minuten liegt, steht meiner Meinung nach hart an der Grenze zum Betrüger! Verarsche ist das auf alle Fälle, und man hat eigentlich keine allzu große Lust mehr, sich mit einer solchen Gruppe weiter zu beschäftigen. Gibt’s jetzt selbst im Untergrund keine Ehrlichkeit mehr? Das traurige daran ist, daß KARRAS so einen Scheiß im Grunde gar nicht nötig haben, denn die BerlinerInnen zocken eine arschcoole, in Teilen richtig schön groovige Death/Thrash-Mischung mit etwas Metalcore vermengt, vor allem aber mit vielen schnellen Blastbeat- und Doublebass-Attacken. Die Grundsubstanz „todesmetallisches Geschredder“ wird dabei aber immer wieder von fast rockig-doomigen Sounds unterbrochen. Eine erstaunlich abwechslungsreiche Death Metal Platte, die es so tatsächlich schafft, sich ein wenig vom Metalcore-Mainstream (zu dem sie nicht wirklich gehören) abzusetzen. Wozu auch die Besetzung ein übriges tut: sämtliche Instrumente werden von drei (wirklich bildhübschen!) Mädels bedient, während der Brüllwürfel am Mikro aussieht, als könne er sich nicht zwischen Nu Metal und HipHop entscheiden. Ein erstklassiges Debüt, das nur aufgrund dieser Spielzeit-Mauschelei einen etwas zwiespältigen Eindruck hinterläßt. Sieh man da jetzt mal drüber weg sind KARRAS eine vielversprechende Gruppe, denen ich noch einiges zutraue…
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