Inferno Festival 2015 – Day One

10965772_935725656468014_567981743_nNach einem erfolgreichen Eröffnungsabend ging es am nächsten Tag weiter mit Sightseeing und einem Besuch im Neseblod Record Store ( dem ehemaligen Helvete). Die Lobby im offiziellen Festival Hotel war an diesem Tag ausschließlich für die besondere Ausstellung von Toxic Vision namens „Another World“ reserviert. In der Mitte befand sich ein dunkles Jurte-Zelt, wo Puppen mit den Kostümen des letzten Behemoth Videos „Messe Noire“ ausgestellt wurden. Im Zentrum des Zeltes stand zu dem ein Altar mit Räucherstäbchen, neben dem Sharon selbst fast unbeweglich, in ihren selbst geschneiderten Kostümen, auf dem Thron saß und damit die „Abyssal Queen“ repräsentierte, die man ebenfalls vom Video kannte. Unterstützt wurde diese dunkle und gruselige Atmosphäre von der Musik von Bohren & Der Club of Gore.

Doch bald war es schon wieder Zeit, um weiter zuziehen. Heute stand der Fokus auf der Hauptbühne im Rockefeller, sodass es Septic Flesh (2)kaum möglich war eine Band im John Dee mit zu nehmen. Eine der griechischen Metal-Institutionen ist die Band Septic Flesh, welche als erstes heute auf dem Programm stand. Mit so vielen Jahren an Bühnenerfahrungen spielten sie wie ein Uhrwerk, oder man könnte es auch wie ein festgefahrenen Mechanismus beschreiben, sodass es an einigen Stellen einfach zu einstudiert wirkte. („Fake“ möchte man noch nicht sagen) Am meisten spielten sie Tracks von ihrem letzten Album „ Titan“ aber immerhin gab es gelegentlich auch ältere Klänge wie „Vampire Of Nazareth“ und „Prototype“ zu hören. Und die Masse schien doch ganz angetan davon zu sein.

Ganz schnell ging es dann ins John Dee um noch Antichrist zu sehen, bevor es zurück zur Hauptbühne ging. Die schwedische „Militia of Death“ ging jeden an die Nüsse. Der Ort war komplett gefüllt und jeder hatte eine großartige Zeit mit Headbangig und Mitgröhlen und keiner verließ enttäuscht die Location. So haben sie einen mit ihrem Old-School-Style und mit den Tracks von „Forbidden Woods“ verdrescht und waren mit Sicherheit einer der beliebtesten Bands auf dem Inferno Festival.

1349 (1)Zurück auf der Hauptbühne war alles bereit für die Norweger von 1349. Es ist immer wieder ein Vergnügen diese „Maniacs“ live zu sehen und so war es auch diesmal nicht anders. Ihre Show wurde außerdem von faszinierender Pyrotechnik unterstützt. Die Performance begann wie üblich damit, dass Frost und Archaon zuerst die Bühne betreten und eine kleine Feuershow zelebrieren, sehr zur Freude des Publikums. Von da an war es nur noch ein Ausbruch von höllischen Melodien und Black-Metal-Aggressivität. Alle Augen richteten sich dabei auf den charismatischen Ravn, welcher erneute eine umwerfende Show ablieferte.

Während des gesamten ausverkauften Festivals fühlte ich mich in keinem Moment so erdrückt von Menschen, wie am heutigen Abend bei Behemoth. Im Grunde genommen gab es keinen einzigen Fleck mehr, wohin man noch Behemothvor der Bühne ausweichen konnte und so wurde man von allen Seiten, vom Boden bis hoch zu den Emporen und Galerien, zusammengedrückt. Man muss hier sicher nicht erwähnen, was für eine nervige Aufgabe es dann war, noch einen guten Fotoplatz zu bekommen, nach dem bei 1349 der Fotograben eh schon stark eingeschränkt wurde. Um es kurz zu machen: Es war schier unmöglich und für viele Fotografen bedeutete das, dass sie an diesem Abend ihren Traum Behemoth abzulichten, abschreiben mussten. Aber gut! Also wurde sich durch die Massen gekämpft und auf der Treppe einen Platz gesucht, wodurch man wenigstens alles recht gut sehen konnte und nicht die ganze Zeit zerquetscht wurde. Was kann man über diese Band an diesem Abend sagen? Hm, das, was man vermutlich schon tausendfach gehört hat und es fällt einem wirklich nicht leicht, etwas neues zu schreiben. Egal was jeder einzelne über die Band denken mag, ob man sie gut findet oder nicht, das musikalische Können und das Engagement, das sie in jeder Show darbieten bleibt unübertroffen. Vom Intro „ Blow Your Trumpets, Gabriel“ bis zum letzten Ton von „O Father, O Satan, O Sun“ hatten Behemoth jeden einzelnen im Publikum in ihren Bann gezogen und wollten auch bis zum Ende keinen aus diesem herauslassen. Die Show wurde zu dem ausgeschmückt mit unglaublichen und wechselnden Bühnenarrangements, Pyrotechnik und schon fast theatralischen Kulissen. Ebenso sollte man Nergals Charisma und seine ominöse Präsenz erwähnen, welche die Show neben den Songs aus der gesamten Diskographie (zum Beispiel: „Slaves Shall Serve“, „Conquer All“, „Christians to the Lions“, „Chant for Eschaton 2000“) wie im Fluge vergehen ließ. Ganz sicher wird diese Performance nicht so schnell in Vergessenheit geraten.

 
Übersetzt von Carolin Teubert

 
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