Illdisposed “There is light (but it’s not for me)” 4/6

Massacre Records
Bewertung: 4/6 – > Gefällt mir
Spielzeit: 44:55
Songs: 11

Hat es letztes Jahr über Dänemark extra viel Vulkanasche geregnet? War die Carlsberg-Produktion eines halben Jahres schlecht? Oder was ist passiert, das die gewöhnungsbedürftige Stil-Adjustierung von Illdisposed erklären würde? Die Band hat wahrscheinlich schon realisiert, dass die beiden letzten Alben “The prestige” und “To those who walk behind us” nicht euphorisch aufgenommen wurden und in der Regel eher Mittelfeld-Ratings erhielten. Ich persönlich bin zuletzt auch beim 2006er Opus “Burn me wicked” steil gegangen. Andere halten sogar das 2004 erschienene “1-800 Vindication” für den letzten Hammer aus dem Hause Illdisposed. Wie auch immer: ich glaube mit “There is light…” werden die Dänen ihre beinharten Fans nicht durchgehend zu ausgelassenen Jubel-Parties animieren. Unbestritten, die typischen Illdisposed-Trademarks sind auch mit ZweiNull im Turm beim flüchtig hinhören zu erkennen: wuchtig groovender Midtempo-Death mit regelmässigen Ausbrüchen nach oben und den ultratief gelegten Subwoofer-Vokills von Bo Summer. Das Bollern dürfte nach wie vor jedem Death Metal-Junkie reichlich Adrenalin durch die Nervenbahnen pumpen. Was schwieriger zu verdauen ist: die omnipräsenten Synthie-Samples und Effekte. Mal klingt es, als würde ein manischer Tastenakrobat parallel zur Band im Hintergrund etwas anderes spielen, mal scheint der Sound zu wabern (“Reality to fall”) oder tranceartig zu pulsieren (“Sunday black”), an einer Stelle erinnert es mich fatal an Rammstein (Einleitung zu “Rape”). Wie dem auch sei: durch den kontinuierlichen Einsatz wirken Illdiposed generell stellenweise düsterer oder auch futuristischer als gewohnt. Ob das die Zukunft der Band ist, wird sich zeigen, es lässt jedoch allgemein in mögliche Extrem-Metal-Facetten blicken. Ich kann “There is light…” grundsätzlich nicht verdammen, sondern gestehe dem Album atmosphärisch eine starke Wirkung als Gesamtheit zu. Einzelne Highlights ragen nicht wirklich heraus und im Vergleich zu älteren Werken der Band zieht das neue Album klar den Kürzeren.

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