Gräfenstein „Skull baptism“ 4/6

Black Hate Productions
Bewertung: 4/6
Spielzeit: 39:39
Songs: 9

Drei Prädikate dürfen nicht fehlen, wenn es um die Beschreibung von Gräfenstein’s Sound geht: kompromisslos, unverfälscht und ohne Erbarmen! Das Trio holzt und scheppert sich mit einer Aggression durch ihr drittes Album, dass jedem Liebhaber roher Black/Thrash-Klänge vor Freude die Sackhaare ausfallen. Viel Spielzeit bedienen Gräfenstein in hohem Tempo, bauen eine infernalische Wall-of-Sound, die sie mit hasserfüllten, giftigem Gekeife garnieren. Hier wird schnell klar, dass Diskussionen zwecklos sind, man lieber aus dem Weg geht oder Gräfenstein auf ihrem Kreuzzug folgt. With them or against them! „Skull baptism“enthält aber nicht nur stupide Tempo-Bolzerei, „Halls of dawn“ zum Beispiel enthält monoton anmutendende Stampf-Passagen, die bereits ziemlich weit vorn auf der CD wie der Soundtrack zum Untergang, die Begleitmusik für die Totgeweihten wirken. Daneben entdeckt man beim wiederholten Hören auch immer mehr Feinheiten, knackige Riffs und kurze Melodie-Fetzen, die hängen bleiben. Dadurch wird „Skull baptism“ noch lange kein Filigran-Werk, es zeigt aber, dass die Drei ihr Handwerk durchaus verstehen und nicht nur stumpfes Geprügel fabrizieren. „Skull baptism“ ist zwar kein Album, was ich mir permanent geben werde, aber zum regelmäßigen Staubwischen auf der Großhirnrinde wird es immer wieder gern in den Player kommen. Geschmackvoll finde ich übrigens auch das Booklet-Design, das komplett auf weißen Farben aufbaut und sich so wohltuend von vielen, gleich layouteten, schwarzen Artgenossen abhebt.

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