Enslaved “Vertebrae” 5/6

Indie Recordings
Bewertung: 5/6
Spielzeit: 49:07
Songs: 8

Vertebrae, lateinisch für Wirbel, heißt das zehnte Album der legendären Norweger, die nicht nur als Pioniere des Black und Viking Metal gelten sondern auch einen beeindruckenden Weg hinter sich haben. Auf diesem Weg, den die Mannen von Ensalved konsequent bestreiten, ist man inzwischen im progessiven Rockbereich angelangt. Das Black und Viking Metal einst das Fundament bildeten ist hier und dort noch durch den massiven Sound der Band zu erkennen, steht aber nicht mehr im Zentrum.
Stattdessen setzen Enslaved verstärkt auf klaren oder zurückhaltenderen Gesang und bauen die auf den vergangenen beiden Alben bereits vorhanden progressiven Ansätze weiter aus. Es muss der band dabei zu Gute gehalten werden, dass man die starke Arbeit von Ruun aufgreift, ohne dabei den Fehler zu machen, einen Doppelgänger zu erschaffen. Dabei nähert man sich in den Augen einiger dem Mainstream wohl etwas weiter an, aber für die Ohren einer engstirnigen Elite machen Enslaved seit Jahren schon keine Musik mehr, also wen sollte das stören.
Hinzu kommt, dass trotz aller progressiven Ansätze immer noch genug Agression vorhanden ist, um das Album dem Metalbereich zuzuordnen. Um sich mit psychedelischen Größen wie Pink Floyd oder gar Krautrockern wie Amon Düül zu vergleichen, sind die Songstrukturen auf Vertebrae dann auch doch zu eng geführt.
Einzelne Songs besonders zu besprechen ist eigentlich unnötig, da die verschiedenen Lieder sich zu einem Gesmatkunstwerk verdichten, dass bei aufgeschlossenen und interessierten Hörern ohne Frage durchlaufen wird und sich zugleich mit jedem Durchgang tiefer in die Gehörgänge gräbt. Das Album ist inzwischen auch als schickes dreifach Vinyl erschienen.
www.enslaved.no
http://www.myspace.com/enslaved