Edgecrusher “Deeper than hate”

Eigenproduktion
Bewertung: Ohne Wertung
Spielzeit: 15:40
Songs: 4

Deutschland ist wieder zweigeteilt. Zumindest im metallischen Paralleluniversum gibt es ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Kommt ´ne Band aus Ostfriesland ist mit 95%-iger Sicherheit klar, daß gleich der Knüppel aus dem Sack kommt und man sich besser wo festhält. Der Süden der Republik agiert hingegen deutlich gemäßigter, und auch EDGECRUSHER aus Konstanz machen da keine Ausnahme. Als melodischen Thrash Metal bezeichnen sie ihre Mucke, wobei die Betonung auf „melodisch“ und weniger auf „Thrash“ liegt. Von den deutschen Referenz-Größen SODOM/KrEator/DESTRUCTION beispielsweise ist man härtemäßig Lichtjahre. Einzig der aggressive Grunzgesang von Frontmann Igor schafft Querverbindungen, die Gitarrenfraktion hingegen orientiert sich unüberhörbar am klassischem HM. Insgesamt präsentiert sich das erst 2002 gegründete Quintett auf ihrem allerersten Demo schon erstaunlich ausgereift. Die vier Lieder der MCD bewegen sich ohne Ausnahme auf hohem Niveau. Prägnante Refrains und treibende Gitarrensoli sorgen dafür, daß die Lieder schon nach kurzer Zeit in den Ohren hängen bleiben. Allein die Vorliebe für gute Melodien könnte ihnen zum Verhängnis werden. Ist nämlich ein klassischer Fall des berüchtigten „sich zwischen alle Stühle setzen“. Für die Thrasher nicht hart genug, für den Rest wegen der manchmal doch arg Death Metal-lastigen Stimme zu extrem. Um Erfolg zu haben und Plattenfirmen zu beeindrucken, fürchte ich, wird man sich für eine Seite entscheiden müssen. Was schade wäre, denn ihr „melodischer Thrash“ klingt recht originell und gibt der Gruppe vom Fleck weg ein ganz eigenes Flair. Als groben Anhaltspunkt kann man vielleicht die neue PERSONAL WAR („Faces“) hernehmen. EDGECRUSHER sind ein interessanter Neuling. Neugierige melden sich zwecks Bestellmodalitäten beim Sänger: iggy@edgecrusher.de. Kostenpunkt: korrekte 6,- Euro.
www.edgecrusher.de