Dysentery “Sickening Thoughts” 6/6

Eigenproduktion
Bewertung: 6/6
Spielzeit: 20:01
Songs: 6

Dysentery sind deutsche Grindveteranen und im Underground bekannt, schließlich kann man 13 Jährigen Bandgeschichte auf 6 Veröffentlichungen zurückblicken(1991- 1. Demo „Abnormal Faecal“, „Pathological Waste…Disembowling End“ EP auf Poserslaughter Records, 1993- „…Brings Me No Tears“ CD auf Lowland Records, 1995 2. Demo „Pro Patria“, 1997 Promo CD „The Distance…“)Laut eigner Aussage zählen Doom, Napalm Death und Carcass zu den Faves der Jungs, zumindest für Carcass Einflüsse würde ich hier glatt ne´ Blanko – Unterschrift leisten, denn Dysentery hauen genau in die Kerbe, Ende der 80er Anfang der 90er, als sich der Grind Core aus der Blutlache erhob. Der Opener “Dead Silence” ist ein echter Knaller, denn man hört 10 Sekunden rein gar nichts – Schweigen. Bei „Dead is Dead“ klingen die Klampfen psychopatisch verträumt bevor die grindige Walze im uptempo loslegt, manche Riffs klingen echt schräg und passen doch zu den anderen, der Song wäre ideal als Soundtrack eines 80 Splatter oder Horrorstreifens. „Wasp“ setzt den Reigen mit kranken carcassartigen Vocals und tiefer blubernder Stimme fort, verdammt melodische Gitarrenleads treten hinzu. Aus der Ferne nähert sich das Schlagzeug und man denkt so bei sich „verdammt, den Carcass Song kenne ich gar nicht“ „Repugnant Art Displays“ ist der längste Song auf „Sickening Thoughts“ und andere Bands hätten bestimmt zwei Songs daraus gemacht. “Angel Of the Merciful“ ist eingängiger und hat streckenweise Ohrwurmcharakter. Der Rausschmeißer ist natürlich, ratet mal…, ein Carcasss cover “Go To Hell“, das letzte Stück auf „Swansong“. In Punkto Eigenständigkeit sind wohl ein paar dicke Abstriche zu machen, aber scheiß einfach drauf, Warhammer (†RIP) waren ja auch nicht gerade die innovativsten und haben trotzdem gerockt. Die Scheibe macht einfach diabolisch viel Spaß und animiert dazu, den Silberling im Schacht noch ein paar extra Runden tanzen zu lassen. Leider ist die Spielzeit von 20 Minuten viel zu kurz. Hörer, die den viel zu früh verblichenen Carcass verständlicher Weise nachtrauern, sollten unbedingt in „Sickening Thoughts“ hereinhören. Homepage: www.dysentery.de.tf Email: dysentery@gmx.net