Cruachan “Blood on the black robe” 5/6

Candlelight Records
Bewertung: 5/6 – > Mächtig
Spielzeit: 58:01
Songs: 11

“Blood on the black robe” wäre mir fast im Review-Haufen verschütt gegangen, was ein äußerst bedauerliches Malheur gewesen wäre. Denn bei all dem aktuellen Primordial-Hype allerorten, sollte nicht vergessen werden, dass die grüne Insel auch noch andere begnadete Musiker hervorgebracht hat. Cruachan fallen meiner Meinung in diese Kategorie. Fünf Jahre nach “The morrigan’s call” kehren die Iren zwar ohne Sängerin Karen, dafür aber mit einem bärenstarken Album im Gepäck zurück. Einen Quilt, bestehend aus epischen Hymnen (“The column”), kurzen, aber heftigen (Celtic) Black Metal-Anfällen (“Thy kingdom gone” oder “Pagan hate”), tänzelnden Folk-Fetzen (“Brian Boru’s march”), weiblichen, Besinnlichkeit ausstrahlenden Vocal-Tupfern trotz Sängerin-Verlust (“An bean sidhe”) haben Cruachan vernäht und mit Geschichten aus der Vergangenheit ihrer Heimat versehen. Zusammengehalten wird das Album von der greifbaren keltischen Atmosphäre, die den meisten Stücke innewohnt. Diverse tradtionelle Holzblasinstrumente sind daran nicht unschuldig. Ebenfalls wichtig für den mitreißenden Eindruck, den “Blood on the black robe” hinterlässt: Sänger Keith, der mit seiner kratzigen, rauhen, verzweifelten, manchmal sich auch fast überschlagenden Stimme voller Inbrunst und Gefühle nicht nur die Aufmerksamkeit auf sich zieht, sondern den Hörer förmlich fesselt. Was die Band schlussendlich die Höchstnote kostet: kleinere, holprige Stellen, die gerade bei den längeren Tracks wahrnehmbar sind und der nicht immer optimal zur Musik passende Sound. Ein erdigeres Gewand hätte Cruachan besser zu Gesicht gestanden. Aber genug mit dem Genöle auf hohem Niveau – hört zumindest mal rein!

http://cruachan.metalfan.nl/