Ashura “At The Dawn Of Your Deterioration” 3/6

Thundering Records / Manitou Music
Bewertung: 3/6
Spielzeit: 63:33
Songs: 10

Ashura , ein Name der auffällt… Nein, es handelt sich zum Glück nicht die Alternative Rocker aus Perth/Australien , sondern eine Death/Thrash/Power Metal Band aus unserem Nachbarland Frankreich die mit ihrem Debütalbum „At The Dawn Of Your Deterioration“ in den Startlöchern steht. Ashura, ein reichlich bedeutungsschwangerer Name, denn der Begriff bezeichnet im islamischen Kalender den 10. Tag des ersten Monats Muharrem und ist ein schiitischer Trauertag  im Gedenken an die Schlacht von Kerbela. (Weitere Details, bspw. unter http://www.feste-der-religionen.de/feste/ashura.html), soviel zum Namen, nun zur Musik. )Nach einem kurzen Intro setzt der Opener “Able to the worst” ein, hier regiert definitiv eher König Schwedentod, bis (bei ca. 2:38 Min) ein melodisches Power Metal Riff einsetzt, dass sich harmonisch in den Song einfügt. Der Titeltrack “Ashura” beginnt sogar vocaltechnisch etwas „blackig“ angehaucht, dennoch bleibt die Grundsubstanz eher schwedischer DM, der eher der melodischen Göteborg Schule angehört. (Ältere) Inflames  & co. haben doch deutliche Spuren hinterlassen. Ab 2:54 Min beginnt der Nacken bei den Riffs automatisch zu zucken. Manch einer mag sich an den melodischen Leads (1:30-1:45 & bei 4:38 Min), die zuweilen etwas dissonant wirken, eventuell stören. Stilistisch erfolgt beim dritten Track ein Bruch. „Burn Your God“ stellt definitiv eine Zäsur da, da hier plötzlich dem Hörer Elemente vor den Kopf geklatscht werden, die in die Richtung „Schweden Core“ gehen und nicht unbedingt jedermanns Geschmack sind. Der ganze Song ist durchsetzt mit  corige Breaks, die noch nicht einmal als besonders gut platziert empfunden werden können, sondern eher willkürlich wirken. Etwas hebt sich die Stimmung  (bei 2:56 Min) als ein MG- Inferno beginnt. Inngesamt kann man jedoch nur glücklich sein, dass der Song „nur“ 4:44 Min lang ist. Eine merkwürdig sphärisch klingende Gitarre leitet (bis 0:24 Sek.)den ersten französischsprachigen Titel „Dans Le Cercle“ ein. Nun klingen Ashura wieder komplett anders. Irgendwo scheint da jemand in letzter Zeit etwas Finntroll gehört zu haben, denn das Stück erinnert wirklich entfernt an die Finnen (bis ca. 2:52 Min), dann findet sich der Hörer geografisch gesehen schlagartig nach Südamerika versetzt, schließlich wird es auch noch kurzzeitig thrashig (3:49 –4:09Min). Nach den stilistischen Exkursionen sind wir wieder am Ausgangspunkt angelangt. „Hallo Schweden hier sind wir wieder.“ „In Nothing we trust“ ballert zunächst ziemlich straight. (bis 1:38 Min). Die Vocals sind hier teilweise sehr gewöhnungsbedürftig. (Bei ca. 3:11 –3:46 /4:50Min geht das „corige Generve“ wieder los, die Breaks passen einfach nicht zu den entgegngesetzten Schwedenparts.) Trotz Irritationen bleibt die Abwechslung die Hauptstärke der Franzosen, wie das sechste Stück anschaulich vor Ohren führt. „Shades Of Madness“  cleane Gitarre, subjektiv als  furchtbar empfundener Frauengesang, der aber die Töne trifft (bis  ca. 1:06 Min) und gesampletes Gelächter erwarten den Hörer. Doch gleichzeitig ist „Shades of…“der erste Song, der vielleicht ein bisschen in Richtung Florida Tod geht, ohne jedoch dabei den fetten Gitarrensound zu erreichen. Um die 2:51 Min  gibt es wiederum eine nicht zu überhörende Zäsur, bei der man annehmen könnte die Scheibe hat einen Sprung und man ist einen Song weiter. Hier treten wieder dezent die schwarzmetallischen Wurzeln ans Licht. Bei  4:56 Min gibt es die nächste Zäsur.  Plötzlich verlangsamt sich das Tempo, Frauengesang setzt ein und irgendwie ist man kurzweilig fast im Gothic Metal gelandet (uurrrrrrrrgh!!!) Bei dem Song gibt es vereinzelt Twinvocals. Nachdem am Ende (bis ca. 8:48Min) noch einmal aggressiv schwarzmetallisch Fahrt aufgenommen wird, dümpelt der Song nur noch vor sich hin. Ein anderes Stück, dass vom US-Stil beeinflusst wurde, ist  “The world must collapse”, einfach ein grooviges, schweres Stück. (Bei ca. 2:24Min besteht Ähnlichkeit zu Morbid Angel Riffs.)  Ein Death Cover, “Crystal Mountain”(Death, “Symbolic”,1995), bildet den Abschluss.  Naja…, das Cover ist okay, aber nicht wirklich nötig, da die Interpretation sich stark an das Original hält und keine eigene Note erkennen lässt. Was ist also insgesamt von dem Silberling der Franzosen zu halten?  Ich führe des öfteren, manchmal etwas polemisch, mit Kollegen Neuhoff Debatten darüber, dass in meinen Augen, viele französische Bands (lassen wir hier Gronibard außen vor) nie einen Stil durchhalten können… Bei den Franzosen von Ashura verhält es sich auch nicht anders…einerseits ist „At The Dawn Of Your Deterioration“ recht abwechslungsreich ausgefallen, andererseits birgt das Einbauen vieler Einflüsse die Gefahr, dass irgendwo der rote Faden verloren geht. Summa summarum eine akzeptable Scheibe.  Kontakt: Ashura@Ashura-Metal.com, Myspace: www.myspace.com/ashuranroll Anschrift: David MASSON/18, rue de la contre-escarpe/ 80 000 Amiens/France
www.ashura-metal.com
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