Arch Enemy “Wages Of Sin” 3/6

Century Media
Bewertung: 3/6
Spielzeit:
Songs: 0

Ich weiß ja nicht. Arch Enemy machen immer noch geile Mucke, sie zeigen, daß melodischer Metal auch heftigst brutal sein kann und vermischen Power, Death und ein wenig Black Metal zu einem Sound der einfach geil ist. Die Musiker sind für sich genommen alles absolute Könner und haben schon in solchen Bands wie Carcass, Mercyful Fate, In Flames und einer Menge anderer gezockt. Die ersten Arch Enemy-Alben liebe ich. ‘Wages Of Sin’ ist von der Mucke her eigentlich besser als die Vorgänger und hat dazu noch einen absolut geilen Sound. Das Problem ist nur die neue Sängerin, Angela. Das Info zieht gewagte Vergleiche mit Carcass und Death, die ich absolut nicht nachvollziehen kann. Für meine Ohren ist die Frau einfach zu eindimensional und zerstört mit ihrem Geröchel die ganze gelungenen Songs (als Beispiel sei hier nur mal ‘Burning Angel’ genannt). Ihre Stimme ist in meinen Ohren sehr Black Metal-lastig und hat leider nur sehr wenig Variationen. Fazit: geile Mucke, eintönige Sängerin. Hoffentlich klingt die gute Frau live besser. Was die Schweden an ihrem alten Sänger hatten, wird auf der zweiten CD des Albums deutlich, auf der sich Raries, Bonustracks und B-Seiten befinden, quasi als Entschädigung für die lange Wartezeit. Klasse Aktion! Den Anfang machen zwei Coversongs, als erstes ‘Starbreaker’ (von wem auch immer das sein mag) – sehr gelungen, ein schneller, druckvoller Song, so richtig was zum Abgehen. Lemmy’s ‘Aces High’ wird dann als nächstes verwurstet und das ebenfalls richtig gut. Arch Enemy halten sich hier dicht am Original, nur die Stimme des (mittlerweile ex-)Sängers und die nicht ganz so räudige Produktion mcht deutlich, daß es sich hier um Arch Enemy handelt. Geil! Danach kommen die beiden Japan-Bonustracks von ‘Burning Bridges’ und ‘Stigmata’, die man bisher nur auf sauteuren Japan-Importen bekommen konnte. Sind beides sehr coole typische Arch Enemy-Songs, soll heißen melodischer Death Metal. Im Gegensatz zu In Flames und Konsorten knallen Arch Enemy aber eine ganze Ecke heftiger und roher aus den Boxen, was auch ihren ganz speziellen Charme ausmacht. Bei den beiden Japan-Songs erkennt man sofort die typische Amott’sche Handschrift, was die Gitarrenarbeit betrifft. Auch im Sound gibt es deutliche Unterschiede, ‘Diva Satanica’ kommt noch eine ganze Ecke roher daher als sein Nachfolger vom ‘Burning Bridges’-Album. Die beiden nächsten Songs sind Überbleibsel einiger Recording-Sessions und haben es aus gutem Grund nicht auf ein Album geschafft. Sie sind nur Durchschnitt und plätschern recht uninspiriert dahin. Als Abschluß gibt’s noch ein Outro, das so ist wie 99% aller mir bekannten Outros und Intros: öde und überflüssig. Diese CD ist sicher interessant für jeden Arch Enemy-Anhänger, vor allem dank der ersten vier Songs und der Teilnahme des alten Sängers, den ich persönlich um Längen besser finde als seine Nachfolgerin, die das neueste Album ‘Wages Of Sin’ kaputtgeödet hat.
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