Alchemist “Tripsis” 4/6

Relapse Records
Bewertung: 4/6
Spielzeit: 43:01
Songs: 9

Uff, das ist ein ganz schön anstrengender Brocken Musik, den uns ALCHEMIST da auf den Tisch gewuchtet haben. Harter, kalter, maschineller Metal mit nur sehr niedrigem Ohrwurmfaktor wird geboten. Die mangelnde Ohrenfreundlichkeit macht die Band aber mit spannenden Songs, welche die volle Aufmerksamkeit des Zuhörers erfordern, wieder wett.

Brettharte, aber immer irgendwie spacig klingende Gitarren treffen auf gewollt monotone Brüllvocals, arschtightes Drumming und unzählige Spielereien wie z.B. fluffige Orgelsounds.
Hin und wieder bieten ALCHEMIST sogar richtig ohrenfreundliche Melodien. Diese feuert man immer dann ab, wenn die Chose zu eintönig zu werden droht. Clever, clever, das nennt man punktgenauen Einsatz von Melodien. Schlauerweise läßt man es ab und zu auch schön chillig und entspannt angehen, wodurch das Album nicht wie ein einförmiger Wutklumpen wirkt. Man könnte ALCHEMIST durchaus als die brutalste Space Rock-Band der Welt bezeichnen.

Das Promoschriebsel empfiehlt diese Platte allen Fans von Opeth, Neurosis, Strapping Young Lad, Cult Of Luna, Voivod und Godflesh. In der Tat kann man all diese Bands ansatzweise raushören, allerdings klingen ALCHEMIST nicht wirklich wie eine der genannten Truppen. Fans von vertonter Seelenpein mit Tiefgang, die nichts mehr verachten, als Musik nur so nebenbei zu hören, werden am ehesten Zugang zu „Tripsis“ finden.

Der Sound kann sich übrigens hören lassen und braucht sich in keinster Weise vor den Produktionen der oben genannten Bands zu verstecken.

Anspieltipps spare ich mir, da man das Album als Ganzes hören muss und ein kurzes Reinhören im Plattenladen in diesem Fall eh nichts bringt.