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Cliteater Interview

13 November 2010

Cliteater sind ein paar lustige Gesellen aus Holland, die seit 2002 in stetiger Regelmäßigkeit ihre Releases namenstechnisch wichtigen Alben der Metal-Geschichte nachempfinden. So entstanden “Clit ‚em all”, “Eat clit or die” und “Scream bloody clit”. Der neueste Streich ist nun “The great southern clitkill”, das ca. eine halbe Stunde lang mit abwechslungsreichem, teils groovigen Grind prima unterhält. Prima unterhalten habe ich mich dazu auch mit Robbie Rockstar, dem momentanen Basser und zukünftigen, zweiten Clitarristen der Truppe.

Hallo Robbie, Euer brandneues Album “The great southern clitkill” ist frisch erhältlich. Was können die Fans davon erwarten?

Es enthält ausschließlich neue Stücke, zum Teil mit dem besten Songwriting, das wir bisher hatten. It’s heavy as fuck! Und die Produktion ist ziemlich fett geworden!

Das stimmt definitiv. Wie habt Ihr denn das Soundlodge Studio ausgewählt? Als Vorschlag von Eurem Label? Empfehlung anderer Bands?

Wir waren auf der Suche nach einem wirklich großartigen Studio. Irgendjemand erwähnte in diesem Zusammenhang Soundlodge und außerdem war unser Sänger Joost zusammen mit Inhume bereits dort und erzählte sehr enthusiastisch von da. Daher fiel unsere Entscheidung für dieses Studio. Im Nachhinein muss ich sagen, dass die Zusammenarbeit mit Jörg (Uken / Soundlodge) auch fantastisch war.

Gehen Euch eigentlich die Ideen aus oder wieso ist Euer neuestes Album das bisher kürzeste in der Bandhistorie? (“Positive aspects of collective chaos” und die letzten zwei Minuten von “BTS” sind ja nun nicht wirklich Musik und sorgen damit für unter 30 Minuten Spielzeit.)

Wir haben 17 Songs, die reichlich Abwechslung enthalten, für das Album geschrieben – das reicht aus unserer Sicht. Wir sind sehr zufrieden mit dem Endresultat und dem Gesamtpaket, das wir abliefern. Ich glaube nicht, dass unsere Fans auf eine Zehn-Minuten-Ballade warten, die die Spielzeit streckt. Davon abgesehen habe ich auch noch nie gehört, dass sich irgendjemand beschwert hat, dass “Reign in blood” zu kurz gewesen wäre.

In Eurem Studio-Blog habe ich gelesen, dass Ihr oft Spiele der Fussballweltmeisterschaft in Südafrika verfolgt habe. Wie sieht es bei Euch mit Club-Fussball aus? Einen einheitlichen Favoriten in der Band oder unterschiedliche Clubs?

Yeah, wir hatten auch ein bisschen Freizeit während der Aufnahmen und da es in der Anfangsphase der WM war, hatten wir auch die Chance ein paar Spiele zu sehen und dabei zu entspannen. Ich persönlich habe für Club-Fussball nicht viel übrig, also brauchen wir das an dieser Stelle nicht vertiefen.

Mein Lieblingsstück auf der CD ist “Fred shipman”, das groovt wie Sau. Wer ist Fred Shipman bzw. wer inspirierte Euch zu diesem Stück?

Unser Sänger Joost hat dieses Stück geschrieben, dass von einem englischen Serienkiller namens Harold Frederick Shipman handelt, der auch als Dr.Death traurige Berühmtheit erlangt hat. Er brachte seine Opfer mit Giftspritzen um. Ich glaube, er war verantwortlich für den Tod von hunderten seiner Patienten. (Lt. Wikipedia geht man von mehr als 250 bewussten Tötungen aus. Die Zahl der Patienten, die während einer Behandlung bei ihm starben liegt mit mehr als 450 sogar noch deutlich höher! – Kai)

Ein anderer Track, der meine Aufmerksamkeit weckte, ist “Gruntlichkeit”. Gehe ich recht in der Annahme, dass der Titel Euren deutschen Nachbarn gewidmet ist? Worum geht es hierbei?

Der Titel ist eine Kombination aus “grunt” wie in grunzen und dem deutschen Begriff ‚Gründlichkeit‘. Das Stück handelt davon, wie man richtig grunzt… hahaha…

Euer Coverartwork hat wieder Harmorrhage-Luisma gezeichnet, der Albumtitel ist wieder einem bekannten Metal-Album entlehnt (Pantera “The great southern trendkill”) und mit dem mittlerweile vierten Teil setzt Ihr dieses “Positive aspects of chaos”-Ding fort. Gab es schon mal Feedback Euer Fans, dass diese vorhersehbaren Bestandteile Eurer Releases für Langeweile sorgen?

Wir nehmen immer einem Albumtitel von einem großartigen Release, den wir selbst schätzen. Das ist einfach eins unserer Trademarks. “Positive aspects…” wird auf jedem Album fortgesetzt, weil wir einfach Spass daran haben irgendeinen Scheiß zu machen und aufzunehmen.

Wieso heißt der Typ, der regelmäßig Eure Cover verziert, eigentlich Andrej Nicolai?

Weil Eddie schon vergeben ist… haha…

Habt Ihr eigentlich mal drüber nachgedacht so eine Art Andrej Nicolai/Cliteater-Comic rauszubringen? Ich denke, das könnte sehr lustig werden…

Vielleicht machen wir das wirklich irgendwann einmal. Aktuell haben wir aber keine konkreten Pläne dafür…

Ohne zu sehr ins Details zu gehen: Gibt es bereits Bands/Alben auf Eurer Liste für zukünftige “Cliterasation”? Oder wird das immer spontan entschieden?

Wenn jemand mit einer guten Idee um die Ecke kommt, überlegen wir daraus etwas zu machen. Aber momentan haben wir für das nächste Album noch nichts parat.

CliteaterSoweit ich weiß, gibt es keinen der Cliteater-Releases auf Vinyl. Wieso eigentlich? Für eine Grind-Band ist es ja eher unüblich ohne Vinyl zu sein…

Glaub mir, für “Clit em All” und “Eat Clit or Die” hatten wir einige Anfragen die Alben als LP herauszubringen, aber unser altes Label verlangte zu viel Geld dafür, da sie noch die Rechte haben. Wir hoffen aber, dass wir diese so bald wie möglich erwerben können, so dass wir die Rechte an unserer eigenen Musik haben und entscheiden können, wer unsere LPs herausbringt, statt das dies ein kaputt gegangenes Label tut. Was die letzten beiden Alben angeht, gehen wir davon aus, dass sich bald jemand findet, der sie in der nahen Zukunft als LP veröffentlicht.

Ich habe irgendwo gelesen, dass ein Cliteater/The Day Everything Became Nothing-Split-Release mit dem Namen “For those about to clit” geplant war. Ich denke, dass muss Ende 2008/Anfang 2009 gewesen sein. Diese CD ist nie erschienen. Wieso?

Ivan’s Handgelenksverletzung legte zu dieser Zeit alle Proben zum Schreiben neuer Songs lahm. Er war zu der Zeit der einzige Gitarrist bei uns und dazu noch der Hauptsongwriter, also passierte erst einmal nichts. Als Ivan wieder fit war – nur einen Monat bevor wir ins Studio gehen wollten – verließ Morris die Band und wir konnten Studio und den Release vergessen. Danach mussten wir erst einmal einen neuen Drummer finden und ihm die neuen Stücke beibringen. Das hat etwa ein halbes Jahr gedauert und es war während dieses Zeit dann auch schon wieder Zeit für ein neues, richtiges Cliteater-Album. Die Split-Idee wurde also erstmal auf Eis gelegt, ist aber noch nicht gestorben. Ich hoffe, wir können es nächstes Jahr nachholen.

Einen anderen Split-Release gibt es jedoch – die CD mit Suppository. Kürzlich sah ich sie für ca. 35 EUR bei ebay. Was hältst Du davon? Ein angemessener Preis?

Ist das Dein Ernst?? Wir waren damals schon glücklich, dass wir Relapse die letzten 43 Exemplare der Split-CD abgekauft haben, bevor deren Europa-Office abgebrannt ist. Ich schätze, mittlerweile ist es ein Sammlerstück und der Fakt, dass Leute dafür 35 EUR verlangen spricht für sich. Aber für Eure Leser: wir haben auch noch ein paar Stück vorrätig und verkaufen die für 10 EUR das Stück. Ich denke, dass ist ein besserer Deal als 35 EUR… haha…

Ein paar Worte zu Eurer Band: Seit Sommer ist der nächste Drummer (Martijn) raus. Warum? Ich kann mich noch an Statements aus 2009 erinnern, dass er perfekt zu Cliteater passt.

Es stellte sich heraus, dass er nicht der Typ für ein Leben on the Road ist. Wir fanden das leider erst auf die schmutzige Art heraus. Sehr schade, denn er war ein begnadeter Drummer. Momentan arbeiten wir einen neuen Drummer ein.

Ist eigentlich Euer Basser Vedran von seinem Worldtrip zurück?

Noch nicht ganz. Er wird seinen Dienst am Bass im Dezember wieder aufnehmen. Er war dann fast 16 Monate mit seiner Freundin in der Weltgeschichte unterwegs. Ich glaube, er hat relativ viel von Asien gesehen, sowie Australien und Neuseeland. Ich habe ihn ja in dieser Zeit am Bass vertreten und werde nach seiner Rückkehr vom Bass an die zweite Gitarre wechseln.

Was treibt Euch an, mit Cliteater immer weiter zu machen? Was inspiriert Euch immer wieder aufs Neue? Immerhin habt Ihr schon eine Reihe CDs veröffentlicht, viele Konzerte in diversen Ländern gespielt, wart in den Staaten und bei einer Reihe großer Festivals dabei…

Warum ist man in einer Band? Weil man es einfach geil findet! Und wir haben immer noch einen Riesenspaß dabei. Wieso sollte man nach der Hälfte aus der Achterbahn aussteigen?

Was gibts für 2011 für Pläne Eurerseits? Vielleicht wieder mal beim Party.San spielen? Immerhin seid Ihr bei War Anthem Records, zu denen das Festival gehört, unter Vertrag.

Unseren Drummer fit zu bekommen hat erst einmal Top-Priorität. Was das Party.San angeht: unserem Label gehört das Festival, sie organisieren es aber nicht. Wenn der Booker der Meinung ist, wir passen in das Billing vom kommenden Jahr – kann er es uns buchen. Falls nicht, dann nicht. Wir sind aber bereits für das Protzen Open Air (17.-19.06.2011) bestätigt. Außerdem planen wir für Februar eine Tour durch Europa (zusammen mit Rompeprop und Rectal Smegma). Außerdem gibt es Pläne für Auftritte mit Legion of the Damned und Prostitute Disfigurement.

Last words from Holland?

Eat, clit or die trying !

www.myspace.de/cliteater

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