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Antisoph – Antisoph 4/6

18 September 2018

Geisterasche Organisation

Bewertung: 4/6 → Find’ ich gut!

Songs: 7

Spieldauer: 46:41

Drum-Fill, Doublebass, Thrash-Riff: Erfrischend zackig und mit kantigem Sound wird man in das selbst betitelte Album der Schleswig-Holsteiner Antisoph geworfen. Im Opener rappelt es – immer unterbrochen durch kurze Breaks – mit ordentlich Speed vor sich hin und gibt die Erwartungshaltung auf ein treibendes, progressives Black-Metal-Album frei.

Doch halt, schon bald hört man da noch mehr! Der Prog-BM à la Enslaved schimmert zwar über fast die gesamte Laufzeit durch, aber es wird abgesehen davon heiter an der Tempo-Schraube und dem Chaos-Regler gespielt. Ist man dann bei dem Dreizehn-Minüter „Distant Scream“ angekommen, mischen sich das erste Mal auch rockigere Töne dazu. Das darauffolgende „Death“ kontert aber gleich wieder mit blastbeat-geschwängerter Knüppelei.

Die Band setzt auf „Antisoph“ mehr auf verworrene, dissonante Töne, denn auf weite Melodiebögen oder ausschweifenden Pathos. Die Songs auf diesem Album sind also eher von der Marke „vertrackt“ anstelle von „ausufernd“. Hier liegt ein Grund dafür, warum diesmal nicht mehr Punkte zu haben sind: Würde man ein bisschen melodieorientierter spielen, würde der Hörer nicht Gefahr laufen, zu überwältigt zu sein. Der Gesang könnte da Abhilfe schaffen und aus dem Chaos ein systematisches Chaos machen, aber leider – so facettenreich die Stimme des Sängers auch ist – lässt der Mix ihm da keine Chance.

Zum Schluss darf der Akustik-Track „Rejoice“ nicht unerwähnt bleiben, der augenscheinlich nicht in das Soundkonzept passen will, dann aber ganz schnell das melancholische Herz eines jeden Proggers erwärmt! Ein starker Abschluss, zu einem guten Album!

https://www.facebook.com/antisophband/

https://antisoph.bandcamp.com/

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