Vermörd – Dawn Of The Black Harvest 2/6

505019Grimoire Records

Bewertung: 2/6 → Durchwachsen!

Songs: 6

Spieldauer: 20:02

Mit der vorliegenden EP bieten die jungen Amerikaner von Vermörd nach zweijährigem Bestehen ihr Debut „Dawn Of The Black Harvest“ an. Nach erstmaligem Hördurchlauf manifestiert sich zunächst vage in den leicht angematschten Gehirnwindungen folgende Frage: Was zur Hölle war das denn?

Das instrumentale Intro verleitet mit atmosphärischen Synthesizerklängen und der Namensgebung nach tolkin’scher Manier („Shakhbûrz“) dazu, finsteren und symphonischen Black Metal zu erwarten. Der Erwartungshaltung wird folgend in den Arsch getreten, denn Vermörd beginnen rasant, sich durch ihr Erstlingswerk zu bolzen und geben am ehesten aggressiven Blackened-Death-Metal aufs Ohr. Die EP ist alles in allem geprägt von schnellen Riffs, furiosen Blastbeats und kraftvollem Gesang. Ein Mix, der durchaus ansprechend ist. So viel zum Positiven, denn jetzt kommt das große „ABER“:

Der Bruch von Hörerwartungen ist soweit ein ganz nettes Stilmittel, welches sich bei Vermörd allerdings überdeutlich durch die EP zieht. Mal geht es eindeutig in die Ecke des technischen Death Metals, dann sind in einigen unordentlichen Passagen nicht nur gesanglich Grind-Einflüsse zu erkennen. Unerwartet intensiv kommt wiederum der titelgebende Song „Dark Harvest“ mit Black-Metal-Atmosphäre daher. Das Stück ist zugleich als Anspieltipp empfehlenswert, kann auch mal ein wohlwollendes Kopfnicken entlocken und scheint das ganze Werk etwas zu retten.

In dieser EP passt nicht viel zusammen und es wird deutlich, dass Vermörd möglichst viele Stile anreißen wollten, um zu zeigen: „Hier sind wir, seht, was wir alles drauf haben!“

Schön und gut, aber leider nicht gelungen. Ein komplexer Stilmix muss kein Negativaspekt sein, dennoch begibt man sich damit zugunsten eines größtmöglichen Abwechslungsreichtums auf dünnes Eis. An den angebotenen Genrefetzen gibt es insgesamt wenig zu meckern, aber man wird das Gefühl nicht los, sich hier den Teaser für ein größeres, besser durchdachtes Album anzuhören. Auf jenes Album bleibt zu hoffen, denn Potential hat die junge Band definitiv.

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https://grimoirerecords.bandcamp.com/album/dawn-of-the-black-harvest