Under Siege – Under Siege 5/6

UNDER SIEGEIndependent

Bewertung: 5/6 -> Mächtig!

Songs: 8

Spielzeit: 39:05

Mit diesem selbst-betitelten Werk legen die Italiener Under Siege nach dreijährigem Bestehen ihr Debut-Album vor, und so viel sei vorab verraten: das Warten hat sich gelohnt!

Heroisch-bombastisch beginnt die Scheibe mit „Blar Allt Nam Banang“. Über Chöre und Dudelsäcke wird die richtige Klangatmosphäre geschaffen, in der das Quintett die Hörer schließlich mit in die Schlacht (beziehungsweise die Belagerung) nimmt. Wenngleich Stilmittel wie Pferdegewieher und Schwertgeklimper sowie Riff- und Geschwindigkeitswechsel zu Beginn noch etwas unbeholfen und holprig eingesetzt werden, wird schnell klar: Fans von Turisas, Amon Amarth, Gwydion und vielleicht sogar Manowar sind hier gut aufgehoben.

Die Erfahrung aus diversen Bandprojekten, die jedes einzelne Bandmitglied mitbringt, schlägt sich in der Professionalität und Harmonie der Kompositionen nieder: sowohl Growls und Backing Vocals als auch Instrumente arbeiten nahezu perfekt zusammen und schaffen so ein Gesamtkonzept, das ordentlich nach vorne drückt, sich aber auch mal in langen Soli und ruhigen Passagen ergeht und sich insgesamt exakt auf dem Scheitelpunkt zwischen melodischen Death Metal und Folk Metal bewegt, so dass man mit Fug und Recht sagen kann: hier bekommt man das, was draufsteht (auch wenn man zuvor keine akustische Vorstellung davon hatte).

Trotz wiederkehrender Elemente kommt beim Durchhören keine Langeweile auf. Im Gegenteil: dies ist mal wieder eine Scheibe, die man sich getrost von Anfang bis Ende zu Gemüte führen kann, wenn die Stimmung erst einmal übergeschlagen ist. Wie erwartet und erhofft endet das Album mit einem ruhigen, getragenen Song („Bright Star of Midnight“), der auf Gegrowle, schnelle Riffs und klassischen Metal-Sound verzichtet und den auf dieser Platte erzählten Geschichten einen würdigen Abschluss verleiht.

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