The Ring “Tales from Midgard” 4/6

Scarlet Records
Bewertung: 4/6
Spielzeit: 62:20
Songs: 10

Ich bin froh, daß ich nicht dafür zuständig bin, das Bandinfo für dieses schwedische Drei-Mann-Projekt zu schreiben. Wie will man denn schlüssig begründen, daß es unbedingt nötig war, noch ne weitere Band aufzubauen, die ihre Inspiration aus dem Herr der Ringe von Tolkien schöpft? Weils die drei Millionen Mitbewerber alle falsch machen? Ich will die Frage nicht beantworten, also weg von den Äusserlichkeiten, hin zur reinen Musik. Da passiert ne ganze Menge, der Sänger ist ein echtes Talent, der auch gleichzeitig für die Drums zuständig zeichnet. Eine gewisse stimmliche Ähnlichkeit mit Ralf Scheepers ist vorhanden, die Musik glänzt ebenfalls durch eine Menge “das-hab-ich-doch-schonmal-irgendwo-gehört” Momente, die aber so geschickt gesetzt werden, daß man nicht sofort den “Kopisten”-Stempel draufhaut. Ich würde mal Avantasia als Referenz angeben, wer auf das Projekt von Tobi Sammet abfährt, aber auch ältere Rock-Sachen Marke Dio (Rainbow-Ära) mit epischen Elementen und viel Abwechslung mag, ist hier richtig. Alte Savatage kann man auch als vergleich heranziehen (die Gitarrenarbeit hat eine gewisse Ähnlichkeit). Erwähnenswert sind die vielfältigen, geschickt in die Songs eingebauten Soundsamples, die der Sache den epischen Touch geben. Mercyful Fate oder King Diamond würde man ebenfalls als Einflüsse vermuten, aber nicht gleich erschrecken: Der Gesang hat hier rein gar nix mit dem schrillen Diamantenkönig zu tun. Trotz des einfallslosen J-P Fournier (Edguy, Immortal) Artworks läuft das nicht unter dem typischen Up-Tempo Euro Power Metal der Gamma Ray-Kopisten. Ob ich mir allerdings die 17 Euro für die Platte vom Munde absparen würde? Glaube eher nicht, aber wenn man die Scheibe Second-Hand oder reduziert zu nem guten Preis von um 10 EUR sichtet, sollte man zuschlagen. www.scarletrecords.it
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