Postmortem “Seeds of devastation” 4/6

War Anthem Records
Bewertung: 4/6 – > Find ich gut
Spielzeit: 45:55
Songs: 11

Der Tod kann in vielen Varianten kommen: klinisch-steril, ohne sich die Hände dreckig zu machen, mit einer ferngesteuerten Drohne zum Beispiel. Es geht aber auch schmutzig, im feindlichen Hinterland, im Nahkampf mit einer rostigen Klinge. Postmortem passen eher zum zweiten Beispiel. Der einzeln mit thrashigen Flecken verunreinigter Death Metal bollert relativ geradlinig, urwüchsig und mit unüberhörbarer ‘Fuck-Off’-Attitude. Irgendwie hört man den Berlinern an, dass sie seit zwei Dekaden aktiv sind und damit weder Kompromisse noch Zugeständnisse machen müssen oder wollen. Ihre Stücke – insgesamt elf an der Zahl – kommen direkt zur Sache und haben dreckigen Groove im Gepäck. Vogelgezwitscher und ein plätschernder Bach in “Prelude to devastation” wirken da auch sofort deplaziert und werden recht schnell von Bombeneinschlägen, Panzerkettenrasseln und MG-Feuer erstickt. Postmortem’s Stücke sind an ihrem typischen, polterigen Rhythmus sowie dem immer ein wenig verzweifelt anzuhörenden Schreihals recht einfach zu identifizieren und klingen teilweise auch ähnlich. Dennoch muss man der Band zu Gute halten, dass sie häufig auch kleinere Anpassungen vornehmen, so dass man als Hörer immer wieder Aha-Erlebnisse hat. Das grindige “Chopped, shredded and grind to meatballs” ist so ein Beispiel, direkt im Anschluss folgt mit Piano-Intro und für Postmortem-Verhältnisse fast schon melancholisch “Nocturnal prayer”. “So cold” wiederum enthält thrashige Arrangements. Im sechsminütigen “Drop another body” als letztem Beispiel stapft die Band eher im pumpenden Midtempo voran und überrascht mit kurzen, instrumentalen Einschüben. In diesem Sinne: Be aware of the rusty blade!

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