Infest, Panychida, Wound Spreader – Bandhaus Leipzig , 11.09.2015

11947598_1674033586164678_1969415935766442801_nEin weiterer Stop auf der Europa-Tour von Infest und Panychida war das Bandhaus Leipzig und als Support wurden für diesen Abend Wound Spreader auserkoren. Für die Serben und Tschechen bedeutete das, zum ersten Mal auf einer Leipziger Bühne zu stehen und es wurde ein Fest.

Mit leichter Verspätung beginnen die Newcomer Wound Spreader ihr Set. Zu sehen gibt es vier jungeDSC_0025 Musiker aus Leipzig, die seit 2012 zusammen agieren, allerdings erst in letzter Zeit auch live aktiv wurden. Und als Opener legen sie einen überzeugenden Auftritt hin. Musikalisch ist das Ganze irgendwo zwischen Modern und Death Metal einzuordnen, welcher jedoch auch progressive Einschläge hat. Es ist sicher Geschmackssache, hat aber definitiv etwas markantes, auch wenn der Gesang leider zu leise eingestellt war.  Die Band bedankt sich mehrmals beim Publikum und beim Bandhaus für den Gig und das Publikum ist zufrieden mit dem Start jenes Abends.

DSC_0119Es folgen Panychida aus Tschechien mit einer komplett anderen Stilrichtung. Eigentlich wurden sie als Black-/ Paganband angekündigt. Doch beim Soundcheck hört man zunächst nur Klänge, wie sie für Pagan Metal typisch sind. Schnell werden die Haare noch aufgemacht und los geht es mit dem Intro und dem Song „Minnestund“. Leider gibt es zu Beginn noch einige technische Probleme, aber die Haare werden dennoch ohne Pause geschüttelt und alles, was zu eingängigen Rhythmen und Melodien zählt, wird dargeboten. Es bleibt bei klassischen Tönen und der Black-Metal-Einfluss wird nur selten hörbar. Der Sänger macht dabei noch seine komplett eigene Show und scheint vollkommen weggetreten zu sein. Ein wenig erinnert Panychida an die deutsche Band Kromlek, wobei hier doch mehr Metal dahinter steckt. Zum Schluss bleibt der Eindruck eines interessanten Gigs zurück, bei dem der Exotenbonus garantiert auch mitspielte.

Doch die Show des Abends liefert der Headliner Infest. Es soll eine Mischung aus Old-School-Death- und Thrash-Metal gebenDSC_0209 und genau das wird aufs Parkett gelegt, aber mit einer Leidenschaft, die man nur selten sieht. Von der ersten Minute an brettert die Band los, rennt über die Bühne , posiert (Abbath war gestern!)und es verschlägt einem wahrhaftig die Sprache. So ein bombastisches Donnerwetter hat wohl kaum einer erwartet. Ein Song nach dem anderen wird ins Publikum geschmettert und nur wenige Köpfe bleiben dabei regungslos. Vorwiegend sind es die Songs von den letzten beiden Alben „Everlasting Genocide“ und „Cold Blood War“. Die Fanbindung ist unbeschreiblich. Es folgen nicht nur mehrere Aussagen darüber, wie geil es ist, dass der Underground lebt und dass man ihn supportet, sondern es geht sogar soweit, dass die Band sich ins Publikum begibt und mit ihnen bangt. Beim letzten Song sind es fast alle Bandmitglieder. Außerdem muss man die Leistung des Schlagzeugers erwähnen. Der richtige Schlagzeuger brach sich fünf Tage vor Tourbeginn den Arm und der Ersatzmann lernte das Set innerhalb dieses Zeitraumes und trommelt bis zur Erschöpfung. Auch der Rest der Band gibt alles und beherzt schmunzelt man, als der Bassist bei der Zugabe schon schwer atmet. Dennoch geballert wird bis zum Schluss. Es war einfach unglaublich und da muss man dabei gewesen sein!

DSC_0215Doch damit nicht genug: Wer nicht gleich verschwand, der wurde Augenzeuge einer unglaublichen After-Show-Party. Infest und Panychida mischten sich unters Volk und zwei der Musiker baten noch ein kleines Akustikkonzerte mit E-Gitarre und Beatbox und zum Besten gegeben wurden Klassiker von Iron Maiden und Co. Extrem hohe Schreie mit der Botschaft „Satan“ durften dabei auch nicht fehlen. Um es mit einem Wort zusammenzufassen: Grandios!

Wenn man bedenkt, dass der Abend nur sieben oder ermäßigt fünf Euro gekostet hat, dann wirkt der Preis schon fast lachhaft für das, was man geboten bekam. Schade, dass dennoch „nur“ geschätzte 70 Gäste ins Bandhaus gefunden haben. Aber wer da nicht mit dabei war, der war selbst Schuld.

Bilder: Infest , Panychida , Wound Spreader

 

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