Fimbulthier „Rise“ 4/6

Trollzorn
Bewertung: 4/6 – > Gefällt mir
Spielzeit: 45:50
Songs: 10

Gleich zweifach schicken mich Fimbulthier auf Irrwege. Zuerst tun sie dies mit Ihrem Namen, auf Grund dessen ich lupenreinen Pagan/Viking Metal erwarte. Der Release via Trollzorn unterstützt diese Vermutung. Und doch gehe ich fehl. Das zweite Mal werde ich von Bandpics irritiert, die den Vierer fast komplett in schwarzen Hemden & mit roter Krawatte zeigt. Ich gebe auf und lasse nur noch die Musik sprechen. Die überrascht mich positiv. Melodischer Death Metal etwas älterer Prägung – dabei aber nicht altbacken – schallt mir entgegen. Fimbulthier brauchen zwar ein bisschen bis sie auf Touren kommen, dann jedoch feuern sie ein paar Kracher hintereinander ab. „Blood soaked pictures“ ist einer von ihnen – ein Wechselspiel zwischen ruppigen, straightem, melodischem Death und getrageneren Gitarrenleads. Der Titeltrack glänzt mit schönen Gitarrenharmonien, bringt aber auch ungestümen Zug mit. „Two words“ ist ein weiteres Beispiel, das derselben Machart folgt und mein Favorit auf dem Album ist. Bei den genannten Tracks kommt auch ganz gut raus, was eine große Inspirationsquelle war: Releases wie die ersten beiden In Flames-CDs oder Alben aus der selben Ära müssen Fimbulthier gut gefallen. Dem Vierer aber nur pure Abkupferei zu unterstellen, wäre nicht richtig. Gerade auch bei den Gesangslinien ist man auch durchaus von Kapellen neueren Datums beeinflusst. Und der bereits angesprochene Viking Metal kommt vereinzelt doch noch zu seinem guten Recht, denn Riffings wie in „Ghost town“ stehen eher Amon Amarth nahe. Fimbulthier bringen ihr Zeug mit einen gewissen Pep rüber und – wenn man sich in die CD reingehört hat – macht „Rise“ richtig Spass, deutlich mehr als die vielen gesichtslosen, identisch klingenden, modernen Melo-Death-Clons. Da aber noch nicht jeder Schuss sitzt, speicher ich Fimbulthier erst einmal in der ‘Gefällt mir’-Schublade ab. Tendenz möglicherweise steigend.

www.fimbulthier.de
www.myspace.de/fimbulthier