Elysium “Such A Sweet Embrace”

Eigenproduktion
Bewertung: Ohne Wertung
Spielzeit:
Songs: 0

Ehrlich gesagt hätte ich bei dem ‘Erwache’-Intro doch eher auf ein Machwerk der Jehova-Zeugen getippt, zumal das Cover ebenfalls wie eines dieser bunten Bildchen aus ihren Propagandaheftchen aussieht… O.K., mal reingeschoben das Teil und …. uaahhh! – schon schlägt mir mit Serenity ein Killer-Opener entgegen; nix Kirchenmusik, sondern richtig kompromißloser Death Metal, treibend und aggressiv. Mitch’s Gesangsarbeit kann sich wirklich sehenlassen, reicht sein Organ von kräftigen, dunklen, Grunts bis hin zu ausbrechenden gekreischten Death Vocals oder cleanem Sprechgesang als Hintergrundeffekte. Ein großer Pluspunkt bei ‘Such A Sweet…’ ist die Vielfältigkeit, was die musikalischen Einflüsse angeht. Wandelt man im ersten Moment noch im, teils schwedisch-melodisch angehauchtem, teils Old-School-mäßigem Death Metal Bereich, wird das Ganze in der nächsten Minute schon wieder gothic- und doomlastiger und in Night Of A Thousand Suns stößt man sogar auf abgefahrenere thrashige Parts, die mich ständig an die aktuelle Darkane erinnern. Kurz: Elysium verbinden ihr metallisches Crossover zu einem interessanten Gesamtwerk. Erstaunlich ist, wie fließend dabei die Übergänge sind. Bei den Saitenquälern sind echte Talente am Werk, zaubern sie aus ihren Gitarren echte Melodie-Perlen, die der Schlagzeuger wiederum in einem Drum-Gewitter zu unterstützen weiß. Wären noch die genialen Lyriks zu erwähnen, deren gedankliche und emotionale Tiefe gesanglich optimal umgesetzt werden. Deutlicher kann diese einschlagende Aggressivität, aber auch die ruhigeren, nachdenklicheren Gedanken kaum ausgedrückt werden. Sei es nun das meisterliche The Forgotten Sunrise, das komplexere Aeon, der Midtempo Mourning-Killer oder das verträumtere Morgentau“ (schöner weiblicher Gesang) – auf diesem Album weiß absolut jeder der 11 Songs zu überzeugen und ich weigere mich, weiter nach Schwachpunkten zu suchen, denn die wird man hier eh’ nicht finden: 23 DM an: Björn Barz, Im Hagen 17, 29699 Bomlitz
(Review aus Eternity #13)