Crionics “Human Error (Ways to Self destruction)” 4/6

Empire Records
Bewertung: 4/6
Spielzeit: 44:45
Songs: 10

Auf den ersten Blick spricht das Cover der CD für eine Black Metal Band. Eine in weiße Roben gekleidete Person oder „ein Etwas“ steht mit erhobenen Schwertern gegen das fahle Mondlicht gewandt, indem ein Pentagram zu erkennen ist, zur rechten befindet sich eine Ruine. Der Schriftzug ist unleserlich. Crionics aus unserem Nachbarland Polen, dass sich schon oftmals als Schmiede für unterschiedlichste Metalle hervorgetan hat, wurden 1997 gegründet. 1999 nahmen Crionics ihre 20minütige MCD „Beyond the Blazing Horizon“, die via Demonic Records erschien. Im Vorfeld zu den Aufnahmen der MCD hatte Ex-Gitarrist Dariusz Styczen die Band verlassen und wurde durch Bartrosz Bielewicz an der Klampfe ersetzt. Das neue Line-up blieb bis heute stabil. Diverse Gigs brachten Crionics den Vertrag mit dem Label Empire Records ein, auf dem nun das Debutalbum „Human Error erschienen ist. Empire Records bezeichnen den Stil Crionics als Black/Death. Nun ja, 80% melodischer Black Metal, 15% Death Metal in Form von ein paar vereinzelten Passagen und der Growls hier und da und 5% Heavy Metal-Einfluss, wie z.B. beim vierten Song, kommt eher hin. Die Jungs verstehen ihr Handwerk. Saubere Gitarrenarbeit mit schon genannten Heavy-Einfluss, der Schlagzeuger kann ordentlich hämmern, das Keyboard ist als Begleitinstrument eingesetzt und, was wichtig ist, übertönt nicht die Gitarren oder dominiert die Songs, und der Sänger klingt variabel zwischen blackigem Keifen und Growls (z.B. beim ersten Track „Satanic Syndrome 666“ ), wobei hier wie insgesamt der Black Metal Anteil dominiert. Als Beispiel sei der vierte Song „Hallowed Whores“ oder auch der selbstbetitelte fünfte Song „Crionics“ aufgeführt. Textlich scheinen Crionics ebenfalls eher in die antichristliche, „schwarzmetallische“ Richtung zu tendieren. Es ist klar, dass Assoziationen zu Bands wie z.B. Dimmu Borgir oder Old Man´s Child offensichtlich sind. Trotzdem klingen die Songs eigenständig frisch. Bei schnellen aggressiven Passagen wird das Keyboard gänzlich zurückgenommen, bei langsameren Passagen tritt es begleitend hinzu, was definitiv der Dynamik der Songs gut zu Gesicht steht. „Precipice Gaped“ enthält eine Portion Death Metal und heidnische Elemente, so z.B. eine kurze Gesangspassage mit clearen Gesang (Enslaved zu Eld Zeiten lassen grüßen). Beim 6. Stück „Episode of the Falling Star“ ist der „Death Metal Einfluss“ eingangs nach den sphärischen Keyboard-Intro vorhanden, weicht jedoch sofort dem melodischen Black Metal. Überhaupt ist dieser Song ein gutes Beispiel für die Abwechslungsreichen Songstrukturen Crionics. Bei „Sacrosanct Strength“ und „Indoctrination Procedure“ treten die Schwedentod-Elemente zu tage. Alles in allem ein gutes Album. Es gibt wirklich tausende von Bands, die durch völlig überzogenen Einsatz von synthetischen Klängen ihre Musik ungenießbar gemacht haben, es ist erfreulich wenn dann auch mal ein episch-brutaler Cocktail wie bei Crionics gelingt. Vergleicht man Crionics etwa mit Dissection oder Naglfar, so schneiden sie im Verhältnis definitiv melodischer ab als die letzt genannten. Labelkontakt:www. empire- records.com.pl, Bandkontakt: waran@olimp.ceti.pl, www.crionics.prv.pl

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