Counter World Experience “Music for Kings” 3/6

Eigenproduktion
Bewertung: 3/6 -> Akzeptabel
Spieldauer: 43:34
Songs: 9

Lange hat es gedauert. Vor bereits einiger Zeit bekam ich die CD der Berliner Musiker in die Hand gedrückt mit der Bitte, sie zu rezensieren. Warum das alles so lange gedauert hat, dazu später mehr.
Kommen wir erstmal zu dem Rahmen dieser Scheibe: Prog Metal, au fein. Der klassischen Art, schon lange nicht mehr gehört. Profimusiker möchten sich laut Selbstbeschreibung austoben, wird immer besser. Auf Gesang wird verzichtet, nun hat mich die Band gänzlich in den Bann gezogen, den die LaBries der damaligen Zeit will man heutzutage nur noch selten hören.

Nachdem also alle Kriterien erfüllt sind, um einen Progfan wie mich glücklich zu machen, kam beim ersten Durchhören allerdings die Ernüchterung. Ein Kirchenorgelintro soll die Einleitung bieten auf ein Album mit gesetzter Stimmung und eher ruhig angelegtem Tempo. Nahtlos geht es dann zu dem ersten Song Trinity über. Die gut gemeinte “dicke Eins”, welche mehrfach wiederholt wird, überspannt meiner Meinung nach die Wirkung. Sie wirkt schon fast unsauber gespielt. Des Weiteren wirkt der Sound auch sehr butterweich. Das darf man nicht falsch verstehen, gerade im Progbereich kann das sicherlich förderlich sein, denn man möchte ja mit viel Dynamik arbeiten. Aber das kommt leider hier nicht zur Geltung, alle Teile gleich ob hart oder weich wirken sehr linear und sind nicht in der Lage einen zu greifen.

So ergab es sich, dass ich eigentlich schon nicht mehr gewillt war, mich weiter in das Album reinzuarbeiten. Was aber auch beinahe ein Fehler gewesen wäre. Durch einen Stau und die CD im Handschuhfach war ich dann in der Lage, mich nochmal der Scheibe zu widmen. Alle obigen genannten Punkte vorweg gelassen, eröffnet sich das Album einem langsam und es kristallisiert sich, dass Könige wohl viel Zeit gehabt haben müssen, um sich der Töne zu erfreuen.

Auf einmal stellt der vierte Song Priamos ein wirkliches Highlight dar. Tonleitern rauf und runter und man verliert sich in der Musik und ist gespannt wie es weitergehen könnte. David ist ein klarer Hinweis für den Jazzhintergrund der einzelnen Musiker und wer die ruhigeren LTE Geschichten kennt wird sich hier heimisch fühlen.
Tiger of Qin ist ganz klar der Grund, warum Counter-World Experience wohl zuletzt mit Panzerballet auf der Bühne standen. Die angezerrten Bässe ab 2:39 und die Groovekomposition zeigen hier deutliche Parallelen auf. Der Groove zu der verzerrten Gitarre bei Karl the Great lässt einen als Schlagzeuger nochmals verzücken und macht Freude auf mehr.

Dabei bleibt es dann allerdings auch, Freude auf mehr. Counter-World Experience haben sicherlich mit Music for Kings gezeigt, was sie draufhaben und welches Potential in ihnen steckt. Nächstes Mal einen Song wie Gilgamesh als Opener um direkt mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen. Dazu noch einen besseren, dynamischeren Sound und eine bessere Bewertung ist garantiert. Doch für dieses Mal bleibt es leider bei 3 von 6 Punkten.

Homepage: http://www.counterworldexperience.de/