Baaba Kulka “Baaba Kulka”

Mystic Production
Bewertung: Ohne
Spielzeit: 43:40
Songs: 10

Coverversionen bekannter Titel sind heute gängige Praxis und gehören fast schon zum guten Ton, selbst ganze Alben ohne Eigenkompositionen finden Abnehmer. Um aufzufallen, muss man sich soweit vom Original entfernen, dass es nur noch mit sehr viel Phantasie erkennbar ist und es am besten in einen komplett anderen Stil transformieren. Zwei Beispiele, die in diese Kategorisierung passen sind Flametal (bekannte Hits von Maiden, Megadeth, Slayer, Ozzy u.a. auf Flamenco gepimpt) oder die Schweden Hellsongs, die bisher schon auf drei Alben Metal-Klassiker in relaxte Lounge-Beschallung umgewandelt haben. Nun also Baaba Kulka aus Polen, die sich komplett auf Iron Maiden konzentrieren und speziell Stücke der Band-Frühphase umgebaut haben. Die eindringliche Warnung vorweg: mit Metal hat das kaum noch etwas zu tun, mit Maiden erst recht nicht! Aber mit Aufgeschlossenheit und in der richtigen Stimmung/Situation ist die CD unterhaltsam. Baaba Kulka zeigen, dass “Number of the beast” auch auf einfachsten Elektro-Arrangements funktioniert, “Wrathchild” fluffig poppig inszeniert werden kann, “Aces high” auch einen fetten, groovigen Dancehall-Beat verrägt, “To tame a land” eigentlich orientalischen Ursprungs ist oder “Children of the damned” auch als Chanson mit Bläsern und Klavier seinen Charme hat. Achja, und die Stücke brauchen keinen Bruce Dickinson, sondern können allesamt auch mit heller, klarer, einschmeichelnder SängerIN fesseln. Wie gesagt: die Maiden-Die-Hards werden sich wahrscheinlich mit Grausen abwenden, ich finde dieses Album nach anfänglicher Skepsis gar nicht verkehrt, zeigt es doch die Zeitlosigkeit und Klasse der Maiden-Kompositionen. Andernfalls würden sie in völlig fremder (musikalischer) Umgebung gar nicht funktionieren. Abschliessend bleibt nur noch das Lob an die beteiligten Musiker, die mit viel Kreativität und Detailverliebtheit für eine unterhaltsame Dreiviertelstunde sorgen.

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