Agonizer – Visions Of The Blind 4/6

557084Label: Häive Productions

Bewertung: 4/6 → Find’ ich gut!

Songs: 13

Spieldauer: 57:56

Finnland gehört schon seit den 80ern zu den Hochburgen des Power Metals und bringt noch immer aufstrebende Bands aus diesem Bereich hervor. So auch Agonizer, die im April diesen Jahres ihre 2. LP herausbrachten.

Die vier Jungs heben sich in vielerlei Hinsicht von der grauen Masse ab. Auffallend ist zunächst, dass der Sänger, ganz untypisch für Power-Metal, eine kehlige, tiefe Stimme hat. Mal singt er rau, bei einigen Songs auch clean, was definitiv Effekt hat, aber nicht immer ganz passt. So klingen Parts mancher Lieder etwas nach Post-Hardcore (z.B. „Pieces“). Ein zweites Hören ist zu empfehlen, da die Kombination aus Vocals und Musik im ersten Moment durchaus abschrecken kann.

Die Jungs bezeichnen ihre Musik selbst als „Melodic Heavy Metal“, doch gerade durch die langen, melodiösen Riffs mit vielen Höhen verwischt die Grenze zum Power Metal stark. Eine weitere Sache, die Agonizer ausmacht, ist, dass das Heroisch-Pompöse fehlt. Einerseits musikalisch (geringer Keyboard-Einsatz), andererseits aber auch inhaltlich. Das merkt man bereits am Bandnamen (bedeutet in etwa „Grübler“) sowie an den Texten, die eher nachdenklich sind und auf Schlachten-, Stahl- und Kraftanspielungen verzichten.

Auch wenn auf „Visions of the Blood“ stellenweise sehr gute Gitarrenarbeit geleistet wird, wäre es doch wünschenswert, wenn die Melodien etwas abwechslungsreicher wären. Denn es gibt einige Riffs, die immer wieder auftauchen und das Ganze etwas langweilig machen.

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