7 Songs: Lords Of The Left-Hand Path

7 Songs an jedem 7. eines Monats. Thema Heute: Lords Oft The Left-Hand Path

Nichts sorgte für so viele Missverständnisse und Vorurteile in der Gesellschaft wie der Satanismus. Seit Jahrzehnten werden für die Launen, geistig abwesender Teenies, Bands oder Musiker von der Menschheit gebrandmarkt. Seit anfangs 80er wurde die moderne Hexenjagd und die „Satanic Panic“ Bewegung ausgerufen, um so allen, die nicht ganz richtig im Kopf ticken, eine halbwegs plausible Entschuldigung zu präsentieren.

Viele Künstler und Musiker bekennen sich öffentlich zu diesem Pfad oder Lebensweg und widmen sich intensive dieser Thematik. Auch sind viele von ihnen Mitglieder oder Anhänger von verschiedensten Orden oder Organisationen. Es wäre eine Schande, und ziemlich banal, folgende Bands und Musiker mit ihrem philosophischen Hintergrund, einfach in die Mainstream-Schublade der Satanisten zu stecken. Falsch ist auch, Anhänger des „Left-Hand-Path“ einfach „nur“ als Satanisten zu betiteln, da es diverse, verschiedene Kulte und Philosophien gibt. Kontraproduktiv sind auf jeden Fall jene Leute und Musiker, die sich den ganzen Klischees bedienen umso, einen bleibenden Eindruck auf der Gesellschaft zu hinterlassen, da sie eigentlich der Sache nur Schaden und sich am Charakteristikum der christlichen Gemeinschaft so bedienen!

Hiermit beende ich mein theologisches Gelabber und füge nur noch eines hinzu:
The devil made me do it…

Entombed – Left Hand Path

Entombed ist eine schwedische Death-Metal-Band aus Stockholm, die 1989 aus der Band Nihilist entstanden ist. Sie haben ein ganzes Album dieser Philosophie gewidmet und dieses war zugleich das Debütalbum der Band. Die Texte auf „Left Hand Path“, von Andersson und Hellid verfasst, sind häufig dem Gore-Bereich zuzuordnen, andere vermitteln apokalyptische Eindrücke, wie auch die Zeile im Booklet:

What man has created man can destroy − bring to the light that day of joy“.

Obwohl die Band bei der ersten Strophe des Titelstücks auf Anton Szandor LaVeys Satanische Bibel Bezug nimmt, erklärte Gitarrist Cederlund damals zur individualistisch wirkenden Philosophie der Band: „…to us God is a puppet who each person controls to their own rules. We aren’t atheist, christian or satanist or anything like that, it’s just our way of creating a debate on the actual meaning of religion, heaven and hell, good and evil and subjects like that.“( Uffe Cederlund)
Also, ein Klassiker schlechthin!

Death – Lack Of Comprehension

„Death“ die absolute Kult-Band meiner Jungend Tage. „Human“, so heisst die Scheibe, ist das vierte Studioalbum der amerikanischen Death-Metal-Band „Death“ und wurde 1991 veröffentlicht. Es läutete eine neue Phase in der Bandentwicklung ein. Chuck Schuldiners, der legendäre Vocalist, begann Horror-Texte durch tiefgründigere, stellenweise philosophische Betrachtungen zu ersetzten, die später für die Band in den 1990er Jahren typisch waren. „Human“ zeigt eine deutliche Weiterentwicklung von Schuldiner. Die brutalen Passagen früherer Alben sind immer noch vorhanden, wechseln sich allerdings mit jazzig angehauchten Parts ab. Lack of Comprehension bedeutet freiübersetz das „Fehlendes Verständnis“. Die Lyrics handeln mehrheitlich davon, dass die Menschen ständig eine Ausrede oder einen Schuldigen für ihr Fehlverhalten suchen und deshalb schwach sind. „Human“ ist ein Gesamtwerk zu diesem Thema und sollte bei jedem eingefleischtem Death-Metal-Fan im Kasten stehen.

Am 13. Dezember 2001 erlag der Sänger an den Folgen seines Krebsleidens und die Band löste sich auf.

 

Archgoat – Grand Luciferian Theophany

Crawl the Path I walked,

Follow my Footsteps,

Burn the Semen as Sacrifice,

For Your Rite of Passage.

Archgoat ist eine Black-Metal-Band aus Turku (Finnland) mit vielen verschiedenen Einflüssen. Die Band wurde 1989 gegründet, dann 1993 aufgelöst und 2004 schloss sich die Band wieder zusammen. Die Brüder Angelslayer und Ritual Butcherer bekennen sich immer, in Interviews und Gesprächen, öffentlich zu ihrer Philosophie und ihrem Interesse an den Büchern „Brother Myrmydon“ der „Cathedral of the Black Goat“. Generell beteuerte „Ritual Butcherer“, in einem der neusten Interviews zum Release des neuen Albums „The Apocalyptic Triumphator“, auf die Frage was der Unterschied zwischen den Finnen und dem Rest aus dem Norden ist folgendes:

In Finland we have bands like Azazel, Barathrum, and Obscure Burial, who sound more crushing and less melodic than the bands of our fellow countries. It is more evil and pure in my opinion, and more philosophy-driven than musically driven…

Deicide – Serpents of the Light

Keine Band, oder besser gesagt kein Musiker, hat seit den 90er für so viel Gesprächsstoff und Gerüchte gesorgt, wie Deicide und ihr Frontmann Glen Benton. Deicide zu Deutsch „Gottesmord“ ist eine Death-Metal-Band aus den USA. Die Band wurde 1987 zuerst unter dem Namen Amon in Florida gegründet und seither sorgt Glen Benton für viel Ärger in den Staaten. Die Texte von Deicide handeln beinahe ausschließlich von antichristlichen oder satanistischen Themen, Deicide hat daher an vielen Orten ein Auftrittsverbot. Sänger Glen Benton, der Mann der auf seiner Stirn ein Branding in Form eines umgedrehten Kreuzes hat, entwickelte trotz allem seine eigene Philosophie und hat sich so einige Probleme eingehandelt. Auch hatte er sich damals öffentlich gegen die „Church of Satan“ ausgesprochen, da er ihre Philosophie widersprüchlich findet, wie auch viele andere. Wenn man von moderner Hexenjagt redet, dann gehört Glen Benton ganz sicher in die Liste der Verfolgten. Ob alles wahr ist sei dahin gestellt und sicher ist nicht alles super, was er den ganzen Tag so rauslässt. Dennoch, muss man ihm schon seinen Kampfgeist zugestehen.

Leviathan – Howl Mockery At the Cross

Leviathan ist eine US-amerikanische Black-Metal-Band, deren einziges Mitglied Jef „Wrest“ Whitehead ist. Wrest spielt Depressive Suicidal Black Metal. Die Musik ist sehr langsam mit schleppendem, stark verfremdeten Vocals und einigen wenigen Ambient- und Doublebass-Passagen. Seine Texte bezeichnet Whitehead als „sehr wütend“, über ihre Inhalte ist jedoch nichts bekannt, da die Lyrics nicht abgedruckt sind. Whitehead, der sein Geld als bekannter Tätowierer verdient, bekennt sich immer wieder in Interviews zum „Left-Hand-Path“ und sein Interesse daran. Leviathan wird u. a. als eine der besten Black-Metal-Bands Amerikas bezeichnet und als die logische Fortsetzung der norwegischen Szene der 1990er Jahre betrachtet. Durch seine Songtitel wie „Howl Mockery at the Cross“ und „Force The Hand of Evilution” macht er Statements zu seiner Philosophie und Einstellung.

Watain – Lawless Darkness

Watain wurde im Sommer 1998 in Uppsala (Schweden) gegründet und benannten sich nach einem Song der US-amerikanischen Black-Metal-Band VON. Ihre Form von Satanismus wird von Frontmann Danielsson zur Abgrenzung von anderen Strömungen ausdrücklich als Teufelsanbetung bezeichnet; trotz ihrer späteren bekundeten Unterstützung des chaos-gnostischen „Misanthropic Luciferian Order“. Für den 7. Juni 2010 kündigte die Band ihr viertes Album „Lawless Darkness“ mit den Worten „On June 7th 2010, Black Metal shall be reborn.“ an; laut Danielsson soll es eine Rückkehr zu den Wurzeln des Black Metal bei gleichzeitiger notwendiger spiritueller Erneuerung sein. Auf dem Album steuerte der befreundete „Selim Lemouchi“ von „The Devil’s Blood“ zwei Gitarrensoli bei, und Carl McCoy von „Fields of the Nephilim“ sang bei „Waters of Ain“ mit. Sicher ist die Band bekannt wegen ihren Live-Shows, die berüchtigt sind für die Verwendung von Schweineköpfen, Feuereffekten und Tierkadavern und einem scheusslichen Gestank, der einem ständig in die Nase steigt!

https://www.youtube.com/watch?v=kP9xBlXPzbE

Black Funeral – Book of Belial

Black Funeral, auch eine US-amerikanische Black-Metal-Band, nicht zu verwechseln mit der schwedischen Band Dark Funeral, wurde 1993 von „Michael W. Ford“ gegründet, nachdem sich seine Band Sorath aufgelöst hatte. Black Funeral befasst sich mit Vampirismus, Luziferianismus, Satanismus und der rituellen Praxis des Pfads zur Linken Hand ganz allgemein. Fords Vorstellung des Satanismus bezieht sich unter anderem auf die europäischen folkloristischen Vorstellungen von Vampirismus und Lykanthropie, Kabbala und persischer Mythologie. Bevor er die Arbeit mit Black Funeral beendete, nahm er mit einem Gastmusiker das Album „Belial Arisin“ auf, das auf Lykanthropie, Vampirismus und Dämonenverehrung basierte. „Belial Arisin“ wurde mit einem neuen Cover unter dem Namen „Belial Arisen“ durch das italienische Label Behemoth Productions veröffentlicht und ist das letzte reine Black-Metal-Album der Band. Mittlerweile hat Michael W. Ford zwanzig Bücher zu diesen Themen geschrieben, ist der Gründer der „Church of Lucifer“ und haltet regelmässig Lesungen und Workshops zu diesen Themen ab.

Abschliessend möchte ich noch hinzufügen, wie schon in der Einleitung erwähnt, dass es viele verschiedene Kulte und Philosophien, mit den unterschiedlichsten Hintergründen gibt. Es ist einfach falsch, Satanisten generell in denselben Topf zu schmeissen. Dennoch haben alle eines gemeinsam, dass ist das hohe Ansehen der Individualität und die Entwicklung des eigenen freien Willens.