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Song By Song: Leviathan über „Of Origins Unearthed“

24 September 2018

Leviathan - Of Origins UnearthedNach einer vierjährigen Pause und erfolgreichem Reunion-Gig in Siegburg im März diesen Jahres meldet sich die Melodic-Death-Metal-Band Leviathan mit ihrem dritten Album „Of Origins Unearthed“ zurück.
Dieser Neustart führt zurück zu den eigenen Wurzeln, da die Songs der Langrille bereits zwischen 2008 und 2009 komponiert wurden. Gestärkt durch den neuen Bassisten Hendrik Franke und die neue Sängerin Jule Dahs hat die Band die Songs aus der Schublade geholt und aufpoliert. Entstanden ist ein frisches und überzeugendes Werk, das die Fans von melodischem Death Metal schwedischer und finnischer Prägung begeistern wird.
Gitarrist Tobias Dahs verschafft uns einen tieferen Einblick in die Songs auf „Of Origins Unearthed“.

– Back to Zero (Intro) –

Ein kleines spaßiges Intro, das wir uns passend zur Thematik hinter der Platte ausgedacht haben. Da die Songs der Scheibe allesamt bereits zwischen 2008 und 2009 geschrieben wurden, haben wir das Ganze immer gerne als unser Album Nummer 0 betitelt. Entsprechend entstand schnell die Idee, dass wir für das Intro praktisch in die Vergangenheit zurückspulen wollten. Los geht es also mit einem Ausschnitt aus dem Opener von „The Aeons Torn“, bevor es dann über die beiden vorherigen Platten zurück zum eigentlich Piano-Intro von „Of Origins Unearthed“ geht, alles unterlegt mit Sound-Effekten eines alten Kassetten-Decks.

– Beyond the Stars –

Klassischer Vollgas-Opener, der mit seinen schnellen Lead-Gitarren und den typischen MDM-Riffs in der Strophe ganz klar von Genre-Kollegen wie CHILDREN OF BODOM oder DARK TRANQUILLITY inspiriert ist. Dazu gibt es aber eine ganz schön abgedrehte Solo-Sektion, wie sie schon fast typisch für unsere Songs geworden ist.
Textlich geht es in dem Track darum, dass wir uns viel zu häufig von modernen Medien und all unseren Annehmlichkeiten von dem ablenken lassen, was im Leben wirklich zählt.
Für uns war es schon ganz schön erstaunlich, wie relevant der Text auch heute noch ist, immerhin wurde der Großteil bereits 2008 geschrieben als Facebook und Instagram noch lange keine so großen Themen waren wie heute.

– Proclamation Of Death –

Ein eher Death-Metal-lastiger und progressiver Song, bei dem zwar auch die Melodiebögen nicht zu kurz kommen, der im Kern aber sicher eher in Richtung des AT THE GATES-Frühwerks schielt und von einem Gitarren-Riff zum nächsten galoppiert.
Textlich geht es dabei um den Tag des jüngsten Gerichts, auch wenn dabei nicht die biblische Version dieser Prophezeiung zugrunde liegt. Viel mehr war die Idee, dass am Ende aller Tage nicht unsere persönlichen Sünden zur Debatte stehen, sondern viel mehr das was wir unserem Planeten und der Zukunft der Menschheit angetan haben, mit der Art und Weise wie wir die Erde behandelt haben.

– Keep Going –

Einer von zwei eher ungewöhnlichen Songs auf der Platte. Musikalisch ist der Track nämlich eine Mischung aus Melo-Death und fast schon punkigen Passagen, die vor allem mit einer guten Portion Eingängigkeit aufwarten. Passend dazu ist auch der Text für unsere Verhältnisse ungewohnt positiv ausgefallen. Wo es ansonsten in unserem Genre meist eher um düstere Zukunftsvisionen geht, möchte ‚Keep Going‘ die Botschaft vermitteln, dass man im Leben immer seinen Weg gehen sollte. Egal wie schwer es manchmal sein kann, diesen Weg zu finden und dem eingeschlagenen Pfad zu folgen. Am Ende lohnt sich die Mühe immer!

– The Eye of the Storm –

Auch hier ist der Titel Programm, denn der Track ist als Ruhepol zwischen all den schnellen Gitarren-Leads und Riff-Wänden gedacht. Die Inspiration für den Song waren dabei die instrumentalen Akustikstücke, die sich vor allem auf den frühen IN FLAMES-Scheiben finden, und entsprechend erinnert mich der Track auch immer ein wenig an eine Kreuzung aus ‚Whoracle‘ und ‚The Jester’s Dance‘. Lange hatten wir übrigens das Gefühl, dass der Komposition noch das gewisse etwas fehlen würde, bis Jule dann nach ihrem Einstieg bei uns die atmosphärischen Gesangspassagen im Studio dazu improvisiert hat.

– Lake of Blood –

‚Lake of Blood‘ ist tatsächlich für uns etwas ganz besonderes, denn es ist der allererste Track den wir gemeinsam als Band geschrieben haben. Der Song hat dabei einige Überarbeitungen erfahren, aber das Grundgerüst spielen wir bereits seit unserer ersten Probe im Jahr 2007. Musikalisch bietet der Track mit seinem kantigen Hautpriff dabei einen Ausflug in Thrash-Metal-Gefilde, während die akustische Passage und das etwas verrückte Solo im Mittelteil schon sein ein kleiner Fingerzeig sind, wohin unsere musikalische Reise danach gehen sollte. Die Lyrics setzen sich dabei mit dem leidigen Thema „Krieg“ auseinander, wobei dieses mal vor allem die vermeindlich guten Motive im Mittelpunkt stehen, die immer gerne für Kriege vorgeschoben werden. Egal wie oft man den Leuten auch einbläuen möchte, dass sie für Ehre und die Freiheit kämpfen, am Ende kämpfen auf beiden Seiten Meschen wie du und ich, die eigentlich mehr verbindet als sie entzweit.

Leviathan

– Sorrow –

Wie der Titel schon sagt, geht es hier textlich um Trauer, insbesondere die Trauer nach dem Verlust eines geliebten Meschen. Ich denke die meisten der Leser dieser Zeilen, werden schon einmal mit dem Tod konfrontiert worden sein und entsprechend dieses Gefühl kennen, wenn man sich einfach wünscht, die Sonne würde am nächsten Tag nicht mehr aufgehen – einfach nur damit man nicht noch einen weiteren Tag ertragen muss.
Musikalisch ist der Song auch entsprechend deutlich schleppender und setzt mehr auf Groove denn auf Tempo, um in der Mitte erneut in ein rein akustisch hinterlegtes Solo abzutauchen.

– Come Forth, Leviathan –

Die inoffizielle Bandhymne und weil es immer schwierig ist für einen solchen Song die richtigen Worte zu finden, haben wir uns entschlossen den Song eher in die Richtung von klassischen Instrumental-Tracks wie METALLICAs ‚Orion‘ oder ‚The Call Of Kthulu‘ zu entwickeln. Entstanden ist der wahrscheinlich musikalisch vielschichtigste Track der Platte, der von folkigen Melodien, über wilder Raserei im Stile der alten KALMAH-Platten und einem jazzigen Bass-Solo bis hin zu einem spanisch angehauchten Solo so ziemlich alles zu bieten hat, was man in knapp sechs Minuten Spielzeit so unterbekommen kann.

– Whatever –

Der zweite textliche Ausreißer der Platte, der erneut mit einer extrem positiven Message aufwartet. Dieses mal ist es eine motivierende Hymne für die Tage an denen einem das Leben und die Gesellschaft wieder alle nur erdenklichen Steine in den Weg wirft. Auch der Text dieses Songs ist schon gute zehn Jahre alt, aber während der Aufnahme ist uns klar geworden, dass der Song auch perfekt als Motto für die Band herhalten könnte. Immerhin hatten auch wir in den vergangenen Jahren einige Probleme zu überwinden, die zwischenzeitlich sogar zur Auflösung von Leviathan geführt hatten, aber trotzdem sind wir nach all dem noch hier und tun was wir lieben. Musikalisch ist der Song der klassische Rausschmeißer, mit einem Duell zwischen Keyboard und Lead-Gitarre, schnellen Riffs, einer kleinen akustischen Verschnaufpause und einer coolen Hookline zum Abschluss. Mein ganz persönlicher Favorit unter den neuen Songs.

Das Album erscheint am 03.10.2018. Vorbestellungen sind z. B. über Bandcamp möglich.

leviathan-music.com

Mehr über Leviathan beim Eternity.

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