Ichor „Benthic horizon“ 4/6

Bastardized Recordings
Bewertung: 4/6
Spielzeit: 38:01
Songs: 9

Die vorherigen Ichor-Erzeugnisse „The siege“ und die eigenproduzierte „Kingdom of the dead“-EP kenne ich selber nicht. Wenn ich mir jedoch diverse Besprechungen zum aktuellen Albums durchlese, scheint von diesen beiden zum neuen Output ein gewaltiger Entwicklungsschritt passiert zu sein, so dass ich ganz froh bin, direkt mit „Benthic horizon“ meine Bekanntschaft mit dem Trierer Death Metal-Rollkommando zu machen. Eine Beschreibung des Sounds der Band lässt sich mit ein bisschen Abstrahierungsvermögen über Namedropping mit Begegnungen aus der Vergangenheit der Band vollziehen. Anzubieten habe ich da die Live-Partner Aborted, Black Dahlia Murder oder Despised Icon. Alternativ noch Decapitated, die wie Ichor ebenfalls in den renommierten, polnischen Hertz-Studios aufgenommen haben. Vermischt auf der Farbpalette der Extrem-Musik, erhält man in etwa das, was Ichor produzieren: Death Metal in der zeitgenössischen Interpretation unter Nutzung aller technischen Spielereien, die am Ende einen massiven, plättenden Sound verheißen und „Benthic horizons“ als deftige Walze wirken lassen. Nicht gekleckert, sondern geklotzt haben Ichor, ohne dabei ihre neun Tracks nur stumpf nach Schema F runterzuprügeln. Da gibt es fast eingängig galoppierende Stücke („Conquest of darkness“), zumindest teilweise, abrupt runtergetrimmte Midtempo-Groover („The wreckage“) oder Mitgröhl-komptable Refrain-Shouts („The depth within“). Omnipräsent jedoch immer die Highspeed-Ballerorgien, die keinen Zweifel an der Marschroute aufkommen lassen. Komplexe, frickelige Gitarren-Kaskaden, wie sie bei anderen Bands zu finden ist, schenken sich Ichor und setzen stattdessen auf nur dezent gesetzte Lead-Akzente und reichlich vorhandenes Power-Riffing. Nach dem Treffen mit „Benthic horizons“ schlackern erstmal die Ohren, es bleibt die Gewissheit ein Achtungszeichen und keine Eintagsfliege gehört zu haben. Und jetzt brauch ich erstmal was zur Ohrenentspannung… ;-)

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