Dieversity – Re-Awakening 4/6

11707811_1003581243009226_4305864891819374435_nSonic Revolution

Bewertung: 4/ 6 → find ich gut!

Songs: 10

Spieldauer: 44:33

Leuchte, leuchte, kleiner Stern – Eine Band, die ein Kinderlied metallisiert, darf als experimentierfreudiges und ernstzunehmendes Gespann gelten. Der Songtitel „In Your Dreams“ lässt Schläfrigkeit vermuten, der sich Dieversity allerdings alarmschlagend entgegensetzen. Die sechs Jungs aus dem fränkischen Würzburg flanken einen melodisch-thrashigen Metalcore-Pass zwischen unsere Gehörgänge. Dort angelangt, machen sich Reminiszenzen an In Flames, Killswitch Engage und Soilwork in der Gehörmuschel breit.

Nach dem hoch geschätzten Erstlingswerk „Last Day: Tomorrow“ aus dem Jahr 2012 feuern die Franken mit „Re-Awakening“ zehn neue Geschosse ab, denen ruppige Gitarrenriffs, Shouts und Growls ebenso wichtig sind, wie klangliche Einsprengsel mittels Keyboard aus progressiver und Nu-Metal-Richtung. Über allem steht der sich einbrennende Gesang von Stimmakrobat Martin, der mittlerweile nicht mehr der Band angehört.

Die vielschichtige Stimmgewalt zeigt sich im Einsatz von Background und dem Wechsel von clear, shout und growl in Strophe und Refrain. So münden die oft geshouteten, brachialen Strophenparts in einen melodiös weichen Refrain („To Blind To See“, „Stop War Inferno“, „Forget The Past“), an dessen Übergang, wie in „On Your Own“, auch mal ein klassisches Gitarrensolo steht. Textlich berühren die Franken sowohl persönliche Themen als auch politische Statements.

Das musikalische Spiel aus Melodie und Muskeln – also der sich wiederholende Wechsel aus Ent- und Anspannung – kann mit der Zeit etwas ermüden. So tragen ein gequält anmutender Gesang im Refrain von „Stop War Inferno“ oder der Titelsong „Re-Awakening“, der mit Keys, einem glattgekämmten Gitarrenteppich und anstrengendem Wechsel der Gesangsparts leider ein Zuviel von Allem bietet, ihr Übriges dazu bei, dass das Album für Genreliebhaber ein Muss-Ich-Fassen und für den Rest ein Kann-Ich-Lassen bedeutet.

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