Aarni “Bathos” 4/6

Firedoom Music
Bewertung: 4/6
Spielzeit: 65:10
Songs: 9

Diese Band war mir bis vor kurzem vollkommen unbekannt, auch vom Namen her. Da “Bathos” aber die erste vollständige Veröffentlichung der finnischen Band AARNI ist (vorher gab es lediglich eine Split CD mit Umbra Nihil), möge man mir diese Unwissenheit verzeihen. Geboten wird sehr melodischer, atmosphärischer Doom. Die Kompositionen basieren im Gegensatz zu den Werken vieler anderer Doom-Bands mehr auf sanften Melodien als auf Black Sabbath-artigen Monsterriffs. Die Tracks beginnen meist ruhig und es dauert oft recht lange, bis der leidende, melancholische Gesang einsetzt. Hin und wieder wartet man auch vergebens auf die Vocals, will heißen, es geht so manches mal auch rein instrumental zur Sache. Insgesamt ist diese Platte sehr ruhig ausgefallen und nur streckenweise Headbang-tauglich. Viel besser als zum Rübeschütteln eignet sich “Bathos” als Soundtrack für vergnüglich-schaurige Leseabende oder Horror-Rollenspielrunden. Als Hintergrundbeschallung für “Call Of Cthulhu”-Runden ist diese Scheibe wirklich ungeschlagen, ich hab’s selbst ausprobiert. Die neun Stücke verbreiten eine morbide, unheimliche Stimmung, die perfekt zum Lovecraft-Mythos bzw. den Geschichten rund um die “Great Old Ones” und das “Necronomicon” paßt. Die wirren und kryptischen Texte behandeln eine an H.P. Lovecraft angelehnte Thematik, wodurch eine Einheit aus Musik und Text geschaffen wird. Also, lange Rede, kurzer Sinn: zum exzessiven Kopfschütteln taugt’s nicht gerade, aber als atmosphärischer Soundtrack und um eine düster-böse Stimmung zu erzeugen, ist “Bathos” wirklich gut geeignet. Ach ja, die Musik ist, mal ganz abgesehen davon, auch ziemlich gut. Ordentliches (wenn auch phasenweise etwas monotones) Songwriting, gute Spieltechnik und eine anständige Produktion stehen auf der Haben-Seite. Lovecraft-Maniacs mit einer Schwäche für Doom Metal greifen blind zu, alle anderen hören mal rein…
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