Unchained “Unchained” 5/6

Sound Riot Records
Bewertung: 5/6
Spielzeit: 41:52
Songs: 9

Mit diesem Review hab ich mich schwer getan, nicht nur, weil ich die Hülle mit Cover und Info verschlampt habe, sondern weil ich zwischen 2 Extremen hin-und hergerissen war: Einerseits hab ich bei der Hälfte der Songs den Kopf ruckartig rumgerissen, um mich zu vergewissern, daß ich nicht versehentlich eine neue Iron Maiden Scheibe eingelegt habe. (Der Anfang des ersten Songs klingt doch gewaltig nach Wicker Man) Die drei jungen Schweden allerdings als Kopisten abzutun, wäre jedoch mehr als unfair. Solche Songs wie “Ghost of the Alchemic Hall” werden die alten Herren aus Newcastle sicher nicht mehr machen. Ausserdem erweitern die Schweden das Soundspektrum ihrer Songs gewaltig über den Maiden-Horizont hinaus. die Keyboards kommen nur sporadisch zum Einsatz, bringen der ganzen Sache aber ein gewisses Soundtrack-artiges Flair. Track 4 (“Theater of Fear” – Anm. v. K.) zum Beispiel ist ein Midtempo-Stampfer mit einer typisch Schwedischen Gitarrenarbeit und einer warhaft mächtigen Gesangshookline. In jedem Moment, in dem man denkt, die drei entfernen sich von ihren englischen Schatten, zack, wieder ein Lick an der eisernen Jungfer. (Nach 20 Jahren schmeckt die bestimmt nicht mehr besonders frisch) Das hat mich lange davon abgehalten, wirklich positiv über die Scheibe zu schreiben. Ich ziehe trotzdem die zweithöchste Wertung, weil die Jungs sich an ihren Vorbildern aufrichten, sie umarbeiten und weiterentwickeln, wo Harris und Co. stagnieren. ausserdem schaffen sie es, von zwei, drei halben Ausfällen wie der Ballade (Track 5, wie gesagt, ich hab die Hülle mit dem Booklet verlegt, deshalb kann ich keinen Titel nennen (- heißt “Dream” – Anm. v. K.)) abgesehen, ist das ein starkes Album auf hohem Niveau mit einigen echten Ohrwürmern. Angesichts eines solchen Debuts wage ich zu prognostizieren, daß sich die Jungs noch gewaltig entwickeln und für ziemliche Furore in der Melodic Metal Welt sorgen werden. www.soundriot.net
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