5. Winterfestevil

WF2015-dinlang-003Bereits zum 5. Male wird im Bandhaus Leipzig ein Feuerwerk der guten Metal-Klänge gezündet. Es ist Zeit für das alljährliche Winterfestevil. Auf dem Programm stehen zwei Tage lang Death- und Black-Metal-Bands und zu dem gibt es mehrere Merchstände, Begrüßungspfeffi- oder -Kirsch und am Samstag dazu noch eine Verlosung. Der Rahmen stimmt und für gerade mal 20 Euro sollte das nun wirklich ein Fest werden.

Die Vorfreude scheint groß, denn pünktlich zum Start von IremWFIrem tummelt sich eine Riesenschlange vor dem Eingang des Bandhauses. Am Ende des Abends wird man auf insgesamt 175 Gäste kommen. Und reichlich voll ist es somit schon beim Opener. Wer es gar nicht abwarten konnte, die Jungs live zu sehen, hatte bereits im Vorfeld die Möglichkeit auf Youtube ein akustisches Medley der heutigen Playlist von Irem zu begutachten. Live klingen Songs wie „The Cradle“, „Arrogance“ oder „Naglfar“ dann doch etwas härter und kommen beim Publikum gut an. Insgesamt ein guter Start für den Black-Metal-Abend.

DSC_0612Den Heimvorteil haben ganz klar Bitchhammer. Viele sammeln sich vor der Bühne und bangen von der ersten Minute an zu den Songs „Pest“ oder „Blasphemy“. Der Slogan des Bassers lautet dabei stets: „Es sieht sehr schön von hier oben aus!“ Für Stimmung sorgt die Black-Thrash-Metal-Kombo ohne Frage und kleine Patzer des Schlagzeugs werden gekonnt mit Charme überspielt.

Stimmungsvoll geht es bei Wandar weiter und wer ins Schwitzen geraten ist, DSC_0685kann sich jetzt mit der Bierdusche des Sängers ein wenig abkühlen oder sich darüber aufregen. Doch die Musik steht ja im Vordergrund und die Hallenser liefern eine sehr gute Show ab. Vorwiegend gibt es Songs vom letzten Album „Landlose Ufer“ zu hören. Mit „Vergessenes Wandern“ wird auch älteres aufgetischt. Zum Abschluss folgt noch ein kleiner Tribut an die 80er. Es gibt eine besondere Version eines Ultravox-Klassikers namens „Fuckin’ with tears in my Eyes“ auf die Ohren.

DSC_0751Dann folgen Endstille als Headliner und leider stellt man fest, dass es leerer geworden ist. Schuld daran ist aber nicht die Musik, sondern die Zeit, denn viele versuchten die letzten Bahnen zu erhaschen. Dennoch eine große Gruppe blieb und feierten Endstille bis spät in die Nacht zu Songs wie „Anomie“, „Bastard“ und nicht zu vergessen „Navigator“ als Abschluss. Die Show war dabei nicht ganz ohne. Der Sänger hat wohl vorher etwas zu viel getankt und taumelte manchmal sehr wild durch die Bühne, bei den Gitarrensoli hockte er aber auch mal tief in sich gekehrt in der Ecke und überlässt den Gitarristen das Rampenlicht. Die Stimmung war bis zum Ende hin gut und mit Freude auf den zweiten Tag gehen alle nach Hause.

Doch zunächst scheint es so, als würde Katerstimmung herrschen. Wieder geht es pünktlich los, allerdings diesmal mit deutlich DSC_0812weniger Publikum, was sich zum Glück im Laufe des Abends noch ändern wird.
Dynamation sind an diesem Abend der Opener. Es ist gerade mal der zweite Gig jener Band und an einigen Stellen merkt man das auch. Musikalisch gibt es soliden Old-School-Death Metal, an dem im Groben nichts auszusetzen ist und bei dem man sicher Potenzial sieht. Doch insgesamt ist das Ganze noch nicht stimmig und manchmal gibt es auch zu lange Pausen zwischen den einzelnen Songs. Aber gut, für einen zweiten Gig war es sicher okay und mit dem Opener vom Vortag sollte man es nicht vergleichen.

DSC_0858Disemboweled haben da schon etwas mehr Bühnenpräsenz und locken einige Zuschauer mehr vor die Bühne. Vor allem der Sänger scheint ein gewaltiges Organ zu haben und glänzt damit auf ganzer Linie. Allerdings darf man den Rest nicht vergessen. Guter Brutal Death Metal, welcher einfach Laune auf mehr macht und zumindest für Stimmung sorgt.

An dem knüpfen die Tschechen von Deathstar an. Es wird zwar teilweise melodischer , hin und wieder DSC_0928wirken die Songs dann wieder sehr experimentell. Damit das Publikum mit einsteigt gibt es kleine Animationsversuche mit den klassischen „Hey ! Hey!“ und das scheint gut zu funktionieren.. Insgesamt ein gutes Death-Metal-Konzert, dennoch warten viele gespannt auf den Headliner.

DSC_0993Die Holländer Sinister machen ihrem Namen alle Ehre und präsentieren Old-School-Death Metal wie er im Buche steht. Das warten hatten sich also gelohnt, denn das Publikum bekommt genau das, was es erwartet. Eine geile Show, bei der die Köpfe einfach mit wackeln müssen und die Katerstimmung war mit einem Schlag verflogen.
So geht auch der zweite Tag zu Ende und lässt den Eindruck eines gelungenen Winterfestevils zurück. Ebenso auffallend war, dass das Publikum zwischen den beiden Tagen wechselte (sicherlich aufgrund der verschieden Metalgenren), sodass man sagen kann, dass über 200 Gäste auf beide Tage verteilt da waren, wenn auch am zweiten Tag insgesamt weniger anwesend waren. Für 20 Euro (oder selbst 12 Euro für die einzelnen Tage) hat es sich jedenfalls gelohnt und nächstes Jahr geht es hoffentlich in Runde Nummer 6.

Nachtrag: Der Sängerposten von Disemboweled wurde im März neu besetzt.

P.S: Entschuldigung für die Dauer der Veröffentlichung !

Bilder: Irem, Bitchhammer , Wandar , Endstille , Dynamation , Disemboweled , Deathstar , Sinister

 

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