Mogh – Massacre Muslims 3/6

468448Asyl Production

Bewertung: 3/6 -> Okay!

Songs: 19

Spielzeit: 145:33

 

Eins muss man der Band Mogh schon mal anerkennen: Sie sind sehr fleißig. Seit ihrer Gründung im Jahre 2006 durch den aus dem Iran stammenden Bandleader Lord Faustoos präsentieren sie jährlich mindestens ein Album und sind nebenher noch in anderen Bands wie Nashmeh, Beaten Victoriouses oder Artes Orbi aktiv. In den letzten Jahren hat man sich auf das Veröffentlichen von Live-Alben konzentriert und das vorliegende Werk mit dem polemischen Titel „Massacre Muslims“ reiht sich in diese Kollektion mit ein. Mogh beschreiben sich auf Ihrer Facebook-Seite selbst als Persian-Orient-Occult-Black-Metal. Vergleiche zu anderen Bands sind daher kaum möglich – Mogh haben einfach ihren eigenen Stil und sind genaugenommen auch sehr an Folk-Music orientiert.

Auf „Massacre Muslims“ steht düstere und tranceartige Atmosphäre mit verschiedensten Gesangs-Kreisch-Growl-Varianten im Vordergrund und technisches Gefrickel an den Instrumenten sucht man bei Mogh hingegen vergebens. Das Instrumenten-Repertoire ist sehr folklastig: Von Sitar über Daf, Singing Bowl bis hin zum Akkordeon kommt eigentlich alles zum Einsatz, was zu einer hypnotischen Grundstimmung beitragen kann. Der Einstieg ins Album beginnt auch sehr spirituell und geht in den treibenden Song „Mashya And Mashyana“ über, der von der Gitarrenarbeit her an Therion erinnert (Anspieltipp, der allerdings auch ein Ausnahmesong ist). Die Songs sind insgesamt sehr ruhig und minimalistisch gehalten, was stellenweise ermüdend ist.

Literarisch befassen sich Mogh u. a. mit philosophischen Themen wie dem Zurvanismus und dem Thelema-System von Crowley. Der Album-Titel „Massacre Muslims“ lässt zudem die anti-islamistische Grundhaltung der Band erahnen.

Das inzwischen schon 9. Live-Album von Mogh beinhaltet altes und neues Material und setzt sich aus verschiedenen Live-Mitschnitten zusammen, die sich von der Sound-Qualität stark unterscheiden. Es hätte dem Album gut getan, einige sehr schlechte Live-Mitschnitte einfach nicht zu verwenden. Die ersten Songs sind wirklich stark, aber dann lässt das Ganze leider nach. Erst ab dem 6. Song entsteht der Eindruck, dass es sich um Live-Aufnahmen handelt, allerdings nervt das laute Publikumsgemurmel bei einigen Songs massiv, da es die Atmosphäre schlichtweg stört. Das es aber auch immer Leute geben muss, die während des Konzerts permanent rumlabern :) .

Dieses Live-Album ist sicherlich nicht der beste Weg, um sich mit Mogh vertraut zu machen. Da ist man mit einem regulären Album, das eine vermutlich angenehmere Soundqualität vorzuweisen hat, besser beraten. Wer Mogh bereits kennt und zu schätzen weiß, kann hier hingegen getrost zugreifen – sofern er noch ein Album ergattern kann. Das Ganze ist auf knappe 33 Stück limitiert.

 
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