Es ist mal wieder soweit. Das Kreuzfeuer geht in die letzte Runde für dieses Jahr und der Sieger hat es geschafft, nicht nur diese Runde zu gewinnen, sondern die Band hat auch die bisher höchste Punktzahl geschafft. Mit dabei sind: Akando, Dying Embers, Gruzja, Obscure Infinity, Reternity, Thorondir und Thronehammer. Und gewonnen hat: Obscure Infinity!

Caro. TPhil S.Maurice K.Celina S.Sven K.Missy S.Stephan B.Tom L.Carsten W.
Obscure Infinity4,9446646455,54
Thronehammer3,67352553352
Akando3,3944244324,53
Gruzja3,393,5334,54323,54
Thorondir3,2834345312,54
Reternity3,113,54344223,52
Dying Embers2,78342342133

Im weiteren Verlauf könnt ihr die einzelnen Kommentare lesen und via Klick auf die Links gelangt ihr zu den Bandcamp- oder Facebookseiten und könnt euch selber ein Bild machen. Viel Spaß!

Obscure Infinity – Into The Vortex Of Obscurity

C.T.: Nun ja, Death Metal ^^ Die Stimme ist für mich manchmal nichts, aber so ein Konzert von denen würde ich mir schon mal geben.

P.S:. Eine der besten Death Metal-Bands der Gegenwart. OBSCURE INFINITY waren schon immer super, schaffen es aber, mit jedem Album noch besser zu werden. Großartige Scheibe. Muss man als Genre-Fan auf jeden Fall haben.

M.K.: Was ein Brett! Lange hat es keine Scheibe mehr vom Kreuzfeuer in die Dauerrotation bei mir geschafft. Nicht so hier. Wunderbar auch Prisen aus sämtlichen sub Ecken des Deaths hier und dort eingestreut. Nochmal, ganz starke Nummer!

C.S.: Die hab ich schon ein Weilchen auf dem Schirm – Knüppel aus dem Sack Fraktion, aufgehorcht, da vibriert das Trommelfell.  Doch irgendwie fehlt mir der Wiedererkennungswert beim einmaligen Durchhören (so ist die Vorgabe), die blutig rote Linie sozusagen.

S.K.: Nach vier Jahren melden sich Obscure Infinity mit ihrem nunmehr vierten Album zurück. Das Album ist vor allem ein Monstermix von unterschiedlichen Death Metal Stilen. Durch die Gitarrenmelodien und Hooks ist das Album insgesamt sehr melodisch. Es gibt sehr viele Momente in denen es feinste Übergänge von brutalem old school Death Metal zu feinsten Death Metal Melodien gibt. Einfach Abwechslung pur und wohl das bisher stärkste Album von der Band. Pflichtkauf.

M.S.: Herrlich, da kommt Freude auf! Gutes Riffing, starke Vocals und einwandfreie Drums. Death Metal der wieder einmal Spaß macht.

S.B.: Klar von der Gitarrenarbeit getriebener Death Metal mit technischem Anspruch, mir stellenweise ein kleines bisschen zu verquirlt, was aber dank toller Melodien und insgesamt einfach guter Komposition nicht weiter ins Gewicht fällt. Pluspunkt: Guter Death Metal ohne HM2.

T.L.: Technisch versierter Death Metal mit feinfühligen Gitarrensoli, inklusive ein bisschen Liebäugelei mit schwedischen Melodielinien. Freunde des Genres sollten unbedingt reinhören!

C.W.: Ehrlicher, wohltemperierter und abwechslungsreicher Death Metal mit schönen Soli-Schnörkeln und dem einen oder anderen unerwarteten Element.

Thronehammer – Usurper Of The Oaken Throne

C.T.: Ist okay, aber wie so oft bei Doom kommt es nicht so recht aus’m Quark.

P.S:. Heavy ohne Ende, im Gegensatz zu vielen anderen Zeitlupen-Bands aber nicht zäh und lahmarschig. Bei Doom-Songs mit mehr als 10 Minuten Spielzeit bin ich ja immer etwas skeptisch, aber Thronehammer verstehen ihr Handwerk. Das hier ist richtig gut!

M.K.: Das war ja ein ziemlich gutes Doom Album, mit schicken Wendungen. Bitte? Erst der erste Song? Leider wiederholt sich dieser dann noch zigmal und man steckt in seinen Mustern fest.

C.S.: Mein klarer Kreuzfeuerfavorit in dieser Runde. Episch klassischer Doom ohne experimentellen Schnickschnack mit hervorragendem abwechslungsreichen Gesang. Testsieger im Gehörgang!

S.K.: Übelst düsterer, schwerer und epischer Doom Metal haut uns das deutsch/englische Projekt Thronehammer um die Ohren. Ultralange Songs und eine Gesamtspielzeit von guten 78 Minuten auf sechs Songs verteilt sprechen da wohl Bände. Sehr schwierig zu beschreiben das Ganze, und sollte undbedingt von jedem Doom-Metal-Fan angetestet werden.

M.S.: Cool für Doom…gutes Tempo und tiefer, langgezogener Gitarrensound mit passenden Vocals.

S.B.: Epic Doom…muss man einen langen Atem für haben, und Geduld, bei mitunter 17 Minuten und mehr Tracklänge. Dennoch, die machen das gut.

T.L.: Sehr starkes, ausuferndes Doom-Werk mit Songs in Überlange. Streckenweise hätte es aber einen Tick innovativer ausfallen können.

C.W.: Doom, der sich wie Kaugummi durch die Gehörgänge zieht und dazu auch noch mit klassischem Heavy-Gesang nervt: schwer verdaulich.

Akando – Attack From Ambush

C.T.: Interessanter Mix, nicht nur einfacher Thrash wie zig andere, sondern mit reichlich Abwechslung, finde da auch Cradle Of Filth skurilerweise wieder.

P.S:. Cooler, atmosphärischer Black-Death-Thrash-Cocktail mit erstaunlich gut passendem Indianer-Konzept. Gefällt mir.

M.K.: Musikalisch weiß man nicht, wo die Reise hingehen soll. Technisch offenbart es auch noch einige Schwächen. Refrains zum Mitgröhlen können sie schreiben, keine Frage. Nicht uninteressant, aber aktuell zu unausgegoren.

C.S.: Mit den amerikanischen Ureinwohnern als großes Thema liefern Akando ein melodisch thrashiges Album, durchwirkt mit schamanischen Trommeln, Gitarrensoli und allerlei Naturgeräuschen ab, sehr solide aber ohne großartige Überraschungen.

S.K.: Solides Melo-Death/Black Metal Album. Die Scheibe ist relativ einfach ohne große Überraschungen und auch nicht übermäßig aufregend. Auffallend und herausragend ist der krächzende Gesang der trotzdem verständlich ist, was sicherlich keine einfache Aufgabe für einen Sänger ist. Ansonsten viel Melo-Death-Riffing und ein guter Mix aus Death- und Black Metal.

M.S.: Hmmm….Interessant, gute Ansätze, aber noch nicht ganz ausgereift….coole Riffs!

S.B.:  Nach dem Promo-Geschwurbel hätte ich schlimmeres erwartet, dennoch relativ gewöhnlich, wenn auch gut gemachter Melo-Extreme-Metal, inklusive indigener Sprach-/Folkparts, damit das Geschwurbel auch nicht völlig fehl am Platze ist.

T.L.: Episch inszenierte Black/Thrash-Platte, der ein wenig mehr schwarze Ruppigkeit besser zu Gesicht gestanden hätte.

C.W.: Black-Death-Gemisch mit Ureinwohner-Thematik, das auch nicht weniger klischeehaft vorgetragen als so mancher Viking-Metal, musikalisch trotz guter Ansätze und Talent aber auf die Dauer etwas repetitiv rüberkommt.

Gruzja – Jeszcze Nie Mamy Na Was Pomysłu

C.T.: Ein Mal ein Wundertüte Black Metal, jeder Song bringt was neues. Erst denkt man oh DSBM angehaucht, dann Darkthrone, dann kommt Groove… na was denn nun ? Interessante Ansätze.

P.S:. Gutklassiger Black Metal mit osteuropäischem Touch. Nicht weltbewegend, aber auf jeden Fall gelungen.

M.K.: Auf jeden Fall nicht der alltägliche BM, welcher einem zuhaufe aus Polen geliefert wird; Gruzja bringen einige neue Elemente mit ein. Gegen Ende hin verlieren sie sich aber zu sehr in den EDM Elementen.

C.S.: Kurwa! Wunderbar rauer Schwarzmetal mit Ecken und Kanten, der Gesang ist bösartig, man kommt den Wahnsinn immer näher.  Der darf gern noch mal rotieren, zur ausführlicheren Betrachtung.

S.K.: Hmmm, Gruzja hauen hier einen wilden Mix aus Black Metal und (Post-) Punk raus. Fühlt sich stellenweise nach Black-Metal-Polka an hahahaha Gesungen wird in der polnischen Landessprache was meist sehr gewöhnungsbedürftig ist.  Keine Songs sind gleich und old school Black Metal Kreissägen 8-Spur Fanatiker werden das Album auch nicht mögen. Es sollte aber ein Ohr gewagt werden, da es sehr interessant und frisch klingt.

M.S.: Die Härte und das Tempo sind nicht schlecht, aber auch nicht überzeugend. Die Vocals sind eher durchschnittlich. Der rote Faden fehlt…..

S.B.: Man spielt Black Metal, sagt man – wann? Man behandelt textlich schlimme Dinge – versteh ich nicht, macht man ja auf polnisch. Man hat aber ganz gut produziert und auch recht abwechslungsreich komponiert, variiert viel im Gesang. Und unterm Strich? – man bleibt langweilig.

T.L.: Massentauglichkeitskompositionen hätten überzeugten Schwarzmetallern sicherlich mehr Begeisterung abringen können.

C.W.: Bei einem ersten Höreindruck kommt man nicht umhin, dieses unter dem Label „Black Metal“ einsortierte Album als „mutig“ zu bezeichnen, denn wenngleich sich gewisse Einflüsse nicht verleugnen lassen, fällt das Werk doch durch starke Unkonventionalität und Eigenwilligkeit auf

Thorondir – Des Wandrers Maer

C.T.: Als ich den Namen las, dachte ich an die Terrorflöte vom Debüt, erfreulicher Weise scheint man die eingetauscht zu haben gegen Abklatschmelodien von XIV Dark Centuries. Ist ganz okay, kommt aber an die Größen nicht ran.

P.S:. Melodischer und sehr eingängiger Pagan Metal mit starker Melodic Death und Power Metal-Schlagseite. Erinnert mich gelegentlich etwas an Mithotyn, was ich als großes Kompliment verstanden wissen möchte.

M.K.: Gleich bei den ersten Tönen nach dem Intro ist klar, was Sache ist. Gelegentliche Core/Breakdown Elemente erscheinen eher verwirrend als auffrischend. Nichts für den heimischen Player, aber sicherlich etwas, was man live von Anfang bis Ende schauen würde.

C.S.: Wer epischen melodischen Pagan Metal mit deutschem Gesang mag, der darf hier gern ein Ohr riskieren.

S.K.: Der Musikstil von der deutschen Combo Thorondir lässt sich am besten als eine Mischung aus Folk und Pagan/Black Metal beschreiben. Aggressive, wenn auch melodische Gitarrenriffs bestimmen die Grundstimmung, unterstützt durch schnelles, schweres Schlagzeug, das den gewissen Black Metal touch verleiht. Der raue Gesang vom Sänger ergänzt sich mit den deutschen Texten hervorragend zu der Musik. Starkes Album.

M.S.: Die Vocals sind gut, aber der Sound ist einfach zu fröhlich…die hämmernden Riffs sind ganz ok! Vielleich ein wenig zu viel Keyboard für Wikinger…

S.B.: Ich dachte, die Zeit deutschen Pagan-Gedudels sei vorüber? Na ja, manche haben’s wohl nicht mitbekommen…leider… Geh weiter Odin, es gibt nix zu hören.

T.L.: Nettes, angeschwärztes aber reichlich klischeebehaftetes Wikingergedudel, das sich bestenfalls zum nebenbei hören eignet…

C.W.: Mit altbewährten Mitteln kochen Thorondir ein solides Pagan-Metal-Album zusammen, welches fehlende Originalität durch Versiertheit ausgleicht.

Reternity – Facing The Demon

C.T.: Und einmal Rhapsody, 80s Metal und was alles noch durch den Shaker und wir haben Reternity… ist ganz okay, mir ein bisschen zu wenig markant.

P.S:. Melodischer Heavy Metal mit modernem Anstrich. Obwohl die Zutaten allesamt bekannt sind, klingen Reternity erstaunlich eigenständig. Hut ab dafür!

M.K.: Es dauert bis zur Hälfte des Albums, bis über den eher dünnen Sound hinweggesehen werden kann und man sich den fehlenden Druck selbst vorstellt. Wenn man es eher einfach strukturiert und leicht zugänglich braucht, dann wird man hier seine Freude finden.

C.S.: Für Freunde der melodisch klassischen Heavy Rock Fraktion, die auf cleanen Gesang, der tatsächlich recht ordentlich ist und an die 80iger erinnert, sicher was zum Reinhören.

S.K.: Debüt-Album der 4 Männer aus Deutschland. Der Sound ist im Power Metal verankert, aber es sind sehr viele andere Einflüsse wie Hard Rock, Speed ​​Metal und Thrash Metal zu hören. Alle diese Elemente zusammen ergeben starke und ansprechende Melodien. Alles in allem ein gelungener Start für die Band.

M.S.: Das Album hat auf jeden Fall den richtigen Titel….

S.B.: Puh…das ist schon irgendwie anstrengend, wenn auch nicht schlecht, aber eben auch nicht gut, viel gewollt – das merkt man – leider nicht so viel geschafft… durchwachsender Melo-Metal mit Abstechern in viele andere Subgenres

T.L.: Eingängige Melodien, die zwar gut ins Ohr gehen, allerdings auch an manchen Ecken und Enden etwas zu poppig daherkommen. An wirklicher Metal-Finesse fehlt es hier reichlich.

C.W.: Einzelne Elemente zu grob aneinander geklotzt, um ein harmonisches Klangbild zu erzeugen, und außerdem ist es halt so ein komisches Power-Heavy-Glam-Gedöns.

Dying Embers – Where Shadeless Dwell Frozen

C.T.: Fällt so in die Kategorie „Kann man machen“.

P.S:. Meine Güte, die Top 7 sind diesen Monat allesamt echt gut und fast schon unverschämt catchy. Das gilt auch für Dying Embers, die eingängigen Melodic Death spielen. Wer seinen Melodic Death etwas melancholischer mag, sollte hier dringend mal reinhören.

M.K.: Das Grundgerüst finde ich ja gut. Aber es ist dann doch zu gefällig. Vielen dürfte der Gesang aufstoßen, aber hier hatte ich noch mit das geringste Problem mit.

C.S.: Powervoller Gothic Metal, der nicht wirklich meine Baustelle ist. Kann ich nicht wirklich bis zum Ende hören, zumal auch der Gesang recht simple gestrickt ist.

S.K.: Dying Embers ist ein Melodic Death Metal Solo-Projekt mit Session Musikern. Das Album hat unheimlich viel Melodie zu bieten und auch einen bombastischen Sound. Der Gesang wechselt zwischen clean und growls… Klingt aber alles stark und zu sehr nach In Flames, Sentenced und Dark Tranquillity in ihren späteren, bzw. aktuellen Phasen.

M.S.: zu soft, zu langweilig…zu „einfach nicht mein Ding“

S.B.: Uff, viel Melo, wenig Death…alles irgendwie…naja, nett, vergeht aber so schnell wie Erinnerungen im Rausch. Erinnert stellenweise an Dark Tranquility Clean Vocals, aber man bleibe besser beim besseren Original. Die haben auch mehr Death.

T.L.: Wenig abwechslungsreiche Mischung aus Disturbed- und weichgespülten „Type O Negative“-Einflüssen. Kreativ geht anders.

C.W.: Ein-Personen-Projekte nötigen mir in den meisten Fällen zwar Respekt ab, aber dennoch muss bei diesem Goth-Metal-Mix noch an einigen Schrauben gedreht werden, bevor es für einen Auftritt auf dem WGT reicht.